Happel lässt bei der MG nicht locker
Großaktionär erwirkt Verfügung gegen MG Technologies

Der Streit zwischen Großaktionär Otto Happel und der MG Technologies AG hat sich nach der Hauptversammlung weiter zugespitzt und wird das Geschehen beim Mischkonzern weiter bestimmen. So hat Happel nach Angaben seines Anwalts Martin Sorg eine einstweilige Verfügung erwirkt, die der MG "ehrabschneidende Behauptungen untersagt".

jkn FRANKFURT/M. Happel hatte sich den Redebeiträgen der anderen Anteilseigner zu Folge mit seinem Vorwurf der Bilanzmanipulation und der harschen Kritik an MG-Chef Kajo Neukirchen auf dem Aktionärstreffen am vergangenen Freitag weitgehend isoliert. Seinen Antrag auf Sonderprüfung wird er wegen fehlender Unterstützung durch die übrigen Aktionäre vor Gericht durchsetzen müssen.

Doch das Abstimmungsergebnis der rund 10-stündigen Hauptversammlung zeigt: Der opponierende Happel steht nicht völlig allein mit seiner Meinung. Zumindest ein weiterer Großaktionär stellt sich an seine Seite. Getippt wird auf den kanadischen AIM-Fonds, der rund 7 % der MG-Anteile besitzt. Die Folge: Neukirchen scheiterte mit seinem Anliegen, das bedingte Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts auf 41,1 % des Grundkapitals zu erhöhen. Die umstrittene Kopplung der Abwahl von Aufsichtsratsmitgliedern an eine 75-Prozent-Mehrheit wurde dagegen abgesegnet. Allerdings votierte rund ein Drittel der Aktionäre mit "Nein".

Verfahrensweise für das Unternehmen "nicht förderlich"

Die Kritik am Verhalten Happels war eindeutig. "Das Vorgehen Happels ist schädigend für sein eigenes Vermögen, und für das der anderen Aktionäre", sagte Herbert Hansen von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. Generelle Kritik an der Schlammschlacht kam vom Aufsichtsratschef Helmut Werner, der sich aber hinter Neukirchen stellte: "Die Verfahrensweise und die daraus resultierende Reaktionen waren für Wert und Reputation des Unternehmens sicherlich nicht förderlich".

Doch trotz der Rückendeckung durch die Mehrzahl der Anteilseigner bleibt Neukirchen unter Druck. Denn zufrieden sind die Aktionäre mit ihrer Gesellschaft nicht. Vor allem die schlechte Börsenbewertung sorgte für kritische Stimmen. "Der muss wieder nach oben, Herr Dr. Neukirchen", sagte Hansen. Aber auch vorsichtige Zweifel an der "Nachhaltigkeit der Strategie" von Neukirchen wurden angedeutet, so etwa von Walter von Wietzlow von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz.

Happels Anwalt Sorg bekräftigte die Vorwürfe seines Mandanten. Die Gutachten des Bilanzexperten Bernhard Pellens und der Wirtschaftsprüfer Pricewaterhouse-Coopers zum Vorwurf der Bilanz-Manipulationen blieb er aber schuldig. Die Berichte seien in Arbeit.

Auch über die Motive seines Mandanten schwieg sich Sorg aus. Und so blieb es bei Spekulationen etwa des Hauptversammlungsexperten Ekkehard Wenger. Die wiederum kommentierte Neukirchen mit den Worten: "Kurs runter, billig aufkaufen, MG übernehmen und zerschlagen - das wäre ein Denkmodell".

Anteilseigner und Bankenvertreter warnten das MG-Management am Rande der Hauptversammlung vor voreiligem Siegestaumel. Sie deuteten den umfassenden Fragenkatalog, den Happel vorgelegte, als Indiz dafür, dass Happel weiter sämtliche juristischen Register ziehen werde, um Neukirchen in die Knie zu zwingen.

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