Harry Potter verliert Spitzenplatz in den US-Charts
"Herr der Ringe" soll Kinojahr abrunden

Der "Herr der Ringe", ein Drama um den Hobbit Frodo, der einen Unheil stiftenden Zauberring vernichten soll, wird zum Weihnachtsgeschäft ein glänzendes Kinojahr abrunden. Die Fantasywelt des J.R.R. Tolkien hat weltweit eine gigantische Fangemeinde, die sehr schnell die Kinos stürmen dürfte.

eve/pos DÜSSELDORF. Ein Weltereignis ist schon das Budget: 300 Mill. Euro soll die komplette Verfilmung des Romans "Herr der Ringe" verschlungen haben. Am Montag Abend ist in London Weltpremiere des ersten Teils der Trilogie nach dem weltberühmten Fantasy-Roman von J.R.R. Tolkien. Der Streifen um Elfen, Orks und Hobbits im Reich Mittelerde gilt neben "Harry Potter" aus wirtschaftlicher Sicht als das Filmereignis des Jahres.

Harry Potter muß früher abdanken

Allerdings hat der Film um den Zauberlehrling pünktlich zur Hobbit-Premiere eine Schwächeperiode. Unerwartet früh hat "Harry Potter" die Führung in den US-Kinocharts verloren. "Ocean?s Eleven", die Neuverfilmung einer Komödie aus den 60er Jahren, setzte sich am Wochenende mit 39 Mill. $ Kasseneinnahmen an die Spitze. George Clooney, Brad Pitt und Matt Damon spielen eine Gangsterbande, die versucht, die Kasinos von Las Vegas auszunehmen.

Wie auch immer sich Harry Potter noch entwickelt, für die Filmsparte des weltgrößten Medienkonzerns AOL Time Warner Inc. verspricht 2001 ein Traumjahr zu werden. Denn auch Ocean?s Eleven ist ein Warner-Film. Damit stehen gleich zwei Produktionen des Hauses auf den ersten beiden Plätzen der Kinocharts - und der Herr der Ringe läuft erst an.

Laut Dan Fellman, Vertriebsdirektor bei Warner Bros, standen Warner-Filme 2001 acht Mal an der Spitze der Kinocharts. Nun stehe man kurz davor, auch bei den Einnahmen Kinogeschichte zu schreiben: 1997 hatte Columbia Pictures, eine Tochter der Sony Corp., 1,26 Mrd. $ eingenommen - ein bis heute ungebrochener Rekord. Warner sei dem Spitzenreiter jetzt aber mit 1,1 Mrd. $ dicht auf den Fersen.

Mitternachtspremiere schon ausverkauft

Vorfreude herrscht auch in deutschen Kinosälen: "Wir können den Start von Herr der Ringe kaum erwarten"; sagt General Manager Oliver Fock von der Kieft & Kieft Filmtheater GmbH. Seit dem 29. November läuft der Vorverkauf, die Mitternachtspremiere am Mittwoch in einer Woche sei schon ausverkauft.

"Vom Herrn der Ringe erwarten wir uns ähnlich gute Zahlen wie von Harry Potter", heißt es bei der Ufa Theater GmbH & Co KG. Dank mehrerer Filme, die jeweils die 4 Millionen-Besuchergrenze knackten, sieht man bei Ufa 2001 als Jahr des Umbruchs an. "Das Sanierungsprogramm aus dem Jahr 2000 ist fast abgeschlossen", sagt Geschäftsführer Stephan Lehmann. So konnte das Unternehmen die operativen Verluste auf nur noch 3 Mill. DM begrenzen (Vorjahr: 21 Mill. DM). Im kommenden Jahr will das Hamburger Unternehmen wieder Gewinn machen. Allerdings muss dann wieder investiert werden. Die Muliplex-Kinos der ersten Generation gelten branchenweit bereits wieder als renovierungsbedürftig.

Gerüchten, dass die Produktionsfirma den Kinobetreibern beim Tolkien-Film Knebelverträge auferlegt habe und dabei vorschreibe, wie oft und wo der Film zu laufen hätte, widerspricht Ufa. Solche Verträge hatten zuletzt bei "Star Wars" für Unmut gesorgt.

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