Harsche Kritik
Sinn: Hartz-Konzept ist Unsinn

Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat den Vorschlägen der Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes jegliche Realisierbarkeit abgesprochen.

Reuters MÜNCHEN. Die Idee, Arbeitslose über staatliche Zeitarbeitsagenturen an Unternehmen zu vermitteln, sei in dem vorgesehenen Umfang unseriös und nicht zu realisieren, sagte Sinn am Donnerstag in München. "Es wird gigantische Mitnahmeeffekte geben." Er rechne mit Mehrbelastungen für den Staat von mehreren Hundert Milliarden Euro. Somit lasse sich das Konzept nicht finanzieren. "Das führt dazu, dass das Konzept jenseits von gut und böse ist", sagte Sinn.

Auch der BDI ist skeptisch

Eine Kommission unter der Führung von VW-Vorstand Peter Hartz hatte im Auftrag der Bundesregierung kurz vor der Wahl ein Programm zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit entwickelt. Das Vorhaben soll dazu führen, dass die Zahl der Arbeitslosen in den nächsten drei Jahre halbiert wird. Auch der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, äußerte Kritik an den Hartz-Vorschlägen. "Ich bin nicht der Meinung, dass wir auf diese Weise eine Chance haben, die Arbeitslosigkeit zu halbieren", sagte er in München.

Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammenlegen

Sinn sprach sich dafür aus, Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zusammenzulegen und zugleich die Unterstützung für erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger abzusenken. Lohnsubventionen sollten sich zudem lediglich auf den Niedriglohnsektor und damit nicht wie bei Hartz vorgesehen auf alle Lohnsegmente erstrecken. Zudem müssten der Flächentarifvertrag abgeschafft und die Lohnnebenkosten drastisch gesenkt werden.

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