Hart umkämpfter Lebensmittelhandel: Discounter wollen das Frischfleisch

Hart umkämpfter Lebensmittelhandel
Discounter wollen das Frischfleisch

Im hart umkämpften Lebensmittelhandel wollen Deutschlands Discounter nun den Supermärkten das Frischfleischgeschäft wegschnappen. Nach Penny und Plus, die bereits seit zwei Jahren entsprechende Angebote haben, hatte auch Aldi Nord angekündigt, demnächst Fleisch ins Sortiment aufzunehmen. Lidl, Nummer 2 der Branche, hat vor 14 Tagen den Fleischverkauf gestartet.

HB/dpa DÜSSELDORF. Nach Einschätzung des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels stoßen die Discounter aggressiv in Sortimente vor, die bislang den Supermärkten vorbehalten waren. "Die Discounter wollen sich vermutlich als Nahversorger profilieren. Was allerdings wegfällt, ist die Beratung an der Fleischtheke", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Gerd Härig, der Deutschen Presse-Agentur.

Aldi Nord und Lidl reagieren auf den Trend, dass die Kunden immer öfter zu vorgepacktem Fleisch aus den Kühlregalen greifen. Dagegen stagniert der Verkauf von Schnitzeln und Wurst an den klassischen Frischfleischtheken. Diese sind für Supermärkte ein Herzstück im Sortiment: Sie bringen 12 bis 15 Prozent des Umsatzes ein.

Rewe-Chef Hans Reischl kommentierte den Angriff der Discounter gelassen. Dies sei nicht das Todesurteil für den Supermarkt, sagte er in einem Interview in der am Donnerstag erschienenen Ausgabe des Magazins "Wirtschaftswoche". Reischl zollte den Discountern, die seit der Euro-Bargeldeinführung kräftige Umsatzzuwächse zu Lasten der Supermärkte verbuchen, aber auch Respekt.

"Aldi und Lidl nutzen jede Chance konsequent, um Geld zu verdienen. Das war schon bei Computern so und hört bei Textilien, CDs oder Töpfen noch längst nicht auf", sagte der REWE - Vorstandschef. Allerdings sei die REWE-Tochter Penny Vorreiter beim Frischfleisch-Verkauf gewesen.

Reischl kritisierte angesichts der neuen Attacke des Discounters die Begrenzung der Verkaufsflächen in Deutschland auf 700 Quadratmeter. "Auf dieser Fläche können wir keinen wettbewerbsfähigen Supermarkt mehr eröffnen. Wir müssen in einem Supermarkt zwischen 5000 und 7000 Artikel führen. Und das lässt sich auf dieser kleinen Fläche nicht darstellen." Für Discounter mit deutlich weniger als 1000 Artikeln sei dies aber möglich. Die Baunutzungsverordnung sei "ein fataler Missgriff der Politik".

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