"Harte Fragen"
US-Kongress untersucht CIA-Versäumnisse

Mögliche Versäumnisse der US-Bundespolizei FBI und des Geheimdienstes CIA vor dem 11. September beschäftigen in dieser Woche den Kongress in Washington. "Wir müssen herausfinden, was uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt sind", sagte Nancy Pelosi, die für die Demokraten im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses sitzt. Unterdessen drohte die Terrororganisation El Kaida nach einem Bericht der arabischen Zeitung "El Hajat" mit neuen Anschlägen.

WiWo/ap WASHINGTON/KAIRO. Am Dienstag kommen die zuständigen Ausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus hinter verschlossenen Türen zusammen, um zu untersuchen, inwiefern die Geheimdienste auf die Anschläge vom 11. September vorbereitet waren. "Es werden einige harte Fragen beantwortet werden müssen", sagte Senatorin Dianne Feinstein.

Das Nachrichtenmagazin "Newsweek" berichtete in seiner jüngsten Ausgabe, die CIA habe Informationen über zwei der mutmaßlichen Flugzeugentführer weder an das FBI noch an die Einwanderungsbehörde weitergeleitet. Die beiden Männer sollen bereits in den Anschlag auf das Kriegsschiff "USS "ole» im Oktober 2000 in Jemen verwickelt gewesen sein. Schon neun Monate zuvor sei die CIA wegen ihrer Teilnahme an einem Treffen der El Kaida in Malaysia auf sie aufmerksam geworden, schrieb "Newsweek". "Rückblickend hätten wir alle unsere Sache besser machen können", sagte ein CIA-Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte.

Sowohl FBI-Direktor Robert Mueller als auch Justizminister John Ashcroft gestanden am Sonntag in verschiedenen Fernsehsendungen ein, die Behörden müssten das Sammeln und die Weitergabe von Informationen verbessern. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass eine engere Zusammenarbeit die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon hätte verhindern können.

Die Glaubwürdigkeit neuer Terrordrohungen von Osama bin Ladens El Kaida wollte ein Sprecher des Weißen Hauses am Sonntag nicht beurteilen. Die Zeitung "El Hajat" hatte zuvor einen Artikel mit einer Botschaft veröffentlicht, die von El-Kaida-Sprecher Suleiman Abu Gaith stammen soll. Darin werden Anschläge sowohl gegen Personen als auch gegen amerikanische und jüdische Einrichtungen angekündigt.

"Amerika sollte bereit und in Alarmbereitschaft sein und sich anschnallen, denn mit Gottes Willen werden wir zu ihnen kommen aus einer Richtung, aus der sie uns nicht erwarten", zitiert die Zeitung Abu Gaith, dessen Botschaft dem Bericht zufolge im Internet veröffentlicht wurde. Der frühere Lehrer war im Fernsehen wiederholt an der Seite Bin Ladens gezeigt worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%