Harter Sanierer als Interimschef bei Vivendi
Porträt: Jean-René Fourtou

Jean-René Fourtou, der als wahrscheinlicher Nachfolger von Jean-Marie Messier die Interimsleitung von Vivendi Universal übernehmen dürfte, hat sich einen Ruf als harter Sanierer erworben, global denkend und börsenorientiert.

dpa PARIS. Der Topmanager ist ein Ausbund an Diskretion. Seine Fähigkeiten traten klar zu Tage, als er den französischen Pharma- und Chemie-Konzern Rhone-Poulenc in die Fusion mit der früheren Hoechst zum Aventis-Konzern führte.

In der Medienwelt war Fourtou, 63, bislang nicht zu Hause. Als junger Ingenieur entschied sich der Lehrersohn für eine Tätigkeit als Unternehmensberater. 1986 kam der mit dem früheren Staatspräsidenten Valéry Giscard-d'Estaing befreundete Fourtou auf den Chefsessel von Rhone-Poulenc.

Der im Weinbau-Ort Libourne bei Bordeaux geborene Fourtou baute den 1993 privatisierten Konzern radikal um und international aus, steigerte aber auch dessen Schulden. Bei Aventis sammelte Fourtou als Stellvertreter von Vorstandschef Jürgen Dormann Erfahrungen in grenzüberschreitenden Fusionen und stärkte die Pharmasparte.

Ursprünglich sollte der Franzose Mitte Mai an die Spitze des Aventis-Aufsichtsrates wechseln. Doch stattdessen rückte Dormann auf den Posten, Fourtou wurde erneut Vize. Unterstützt von den französischen Versicherungs- und Banken-Großaktionären soll er nun die Vivendi-Spitze übernehmen, um die Weichen für die Neuausrichtung des Konzerns zu stellen.

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