Hartes Ringen im Tarifkonflikt
Tarifkonflikt in Druckindustrie beendet

Der Tarifkonflikt in der Druckindustrie ist am späten Mittwochabend in Frankfurt mit einem Abschluss in der 6. Verhandlungsrunde zu Ende gegangen. Die rund 220 000 Beschäftigten sollen zum 1. Juli 2003 1,5 Prozent und zum 1. Juni 2004 1,7 Prozent mehr Gehalt oder Lohn erhalten. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird bis Ende März 2005 gelten. Dies teilten die Gewerkschaft Verdi und der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) nach ihren Gesprächen in Frankfurt mit.

HB/dpa FRANKFURT. "Natürlich ist die erreichte Tariferhöhung für uns unbefriedigend, aber wir verkennen auch nicht die schwierige Lage, in der die Druckindustrie zum Teil steckt", betonte Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke. Auch gebe es in den Belegschaften massive Ängste um die Arbeitsplätze. Für die niedrige Einkommensverbesserung werde aber im Gegenzug keine Änderung am Manteltarifvertrag bis Ende März 2005 wirksam werden. Dies Klausel bei dem Abschluss sei sehr wichtig, da die Arbeitgeber damit gedroht hätten. Zudem sichere die ebenfalls erreichte dreijährige Verlängerung des Tarifvertrages zur Altersteilzeit bis zum 31. Juli 2007 die Arbeitsplätze. Daher wollten die Verhandlungsführer von Verdi der Tarifkommission die Zustimmung zu dem Abschluss empfehlen.

"Aus unserer Sicht war der Abschluss zu hoch", betonte bvdm- Verhandlungsführer Wolfgang Pütz. Aber angesichts der schlechten Lage in der Druckindustrie wegen der Medienkrise und der Werbeflaute sei für die Arbeitgeber besonders wichtig gewesen, Sicherheit für zwei Jahre zu haben. "Was aber schmerzt, ist die Aufschiebung von Reform des Manteltarifvertrages." Dort sind die allgemeinen Arbeitsbedingungen wie die Wochenarbeitszeit von 35 Stunden im Westen und 38 Stunden im Osten oder Urlaub und Weihnachtsgeld sowie die Höhe von Nachtzuschlägen fixiert.

Die Gespräche in Frankfurt dauerten insgesamt fast elf Stunden. Vor Beginn hatten sowohl Verdi als auch die Arbeitgeber die Bereitschaft zu einer endgültigen Einigung hervor gehoben. In den wiederholten Gesprächspausen hatte es aber zwischenzeitlich auch Signale von beiden Seiten gegeben, dass die Verhandlungen endgültig scheitern könnten. Die letzte Gesprächsrunde war nach Angaben der Gewerkschaft von Warnstreiks in insgesamt 80 Betrieben bundesweit begleitet gewesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%