Hartnäckige Konsumschwäche
Zuversicht im Werbemarkt

In Deutschland wird sich der Werbemarkt im kommenden Jahr aufhellen aber weiter unter der schwachen Konjunktur und den tief verunsicherten Verbrauchern leiden. Das ist das Fazit der Fachtagung Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OMW) in Hamburg.

HB HAMBURG. Auf der Tagung sprachen sowohl Vertreter der Markenartikler als auch der Medien von einer leichten Entspannung auf dem Markt, der seit drei Jahren durch ein tiefes Tal geht. "Wir sehen ein gemischtes Bild, aber mit einer positiven Grundtendenz", sagte der OMW-Vorsitzende Hans-Dieter Liesering.

Mehr als ein Drittel der Unternehmen erwartet nach einer Umfrage unter den Mitgliedern des OMW im kommenden Jahr ein steigendes Werbevolumen. Fast 40 Prozent der Unternehmen rechnen mit konstanten Werbeetats. Die Zahl der Firmen, die eher sinkende Werbeausgaben erwarten, reduzierte sich gegenüber der letzten Umfrage von 37 auf 25 Prozent. Viele Unternehmen hätten ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Strukturen an neue Marktbedingungen angepasst. "Jetzt ist wieder Substanz da", sagte der Vorstandschef des Hamburger Verlags Gruner + Jahr, Bernd Kundrun. Um nachhaltige Werte zu schaffen, müssten die Unternehmen innovativ sein und in Marken investieren.

Als kritische Stimme bei dem optimistisch gestimmten Forum machte Henkel-Direktor Jürgen Seidler auf die hartnäckige Konsumschwäche in Deutschland aufmerksam. "Wir sollten uns nicht an eine niedrige Erwartungshaltung gewöhnen", sagte er. In den vergangenen zehn Jahren seien die Konsumausgaben in Deutschland im Durchschnitt um 1,5 Prozent gewachsen, in Europa dagegen um 2,5 Prozent. Die Sparquote liege in Deutschland bei zwölf Prozent. "Die Verbraucher sind immer noch tief verunsichert", sagte Seidler. Die Ursachen seien Zukunftsangst und Arbeitslosigkeit. Das habe zu starken Verschiebungen im Einkaufsverhalten geführt und zu einem sprunghaften Anstieg der Umsätze von Discountern wie Lidl und Aldi.

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