Haspa würde Konsortium führen
NordLB-Angebot noch nicht offiziell eingegangen

Noch vor Eingang beim Berliner Senat ist das Übernahmeangebot von NordLB und Sparkassen für die angeschlagene Bankgesellschaft Berlin auf Kritik gestoßen. Der stellvertretende Vorsitzende der Berliner CDU-Fraktion, Alexander Kaczmarek, kritisierte die Offerte als inakzeptabel.

dpa BERLIN. Die Fernsteuerung aus Hannover bedeute das Ende für den Finanzplatz Berlin. Am Montag hat das Angebot dem Berliner Senat allerdings noch nicht vorgelegen, wie eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Finanzen sagte.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Nord/LB (Hannover) zusammen mit dem Deutschen Sparkassen und Giro-Verband (DSGV), der Hamburger (Haspa) und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in dieser Woche in Berlin ein detailliertes Angebot für die angeschlagene Bankgesellschaft vorgelegen wird. Die Nord/LB will das Großkundengeschäft übernehmen, das Sparkassen-Konsortium das Privatkundengeschäft mit rund 2,5 Mill. Kunden. Die Haspa als größte deutsche Sparkasse würde dieses Konsortium führen, die Nord/LB will sich mit 20 % daran beteiligen.

Berliner Senat verhandelt parallel mit Investorengruppe um Christopher Flowers

Parallel verhandelt der Berliner Senat aber auch mit einer privatrechtlichen Investorengruppe um den US-Finanzier Christopher Flowers. Die CDU favorisiert eine privatrechtliche Lösung. Die Finanzverwaltung betonte, die Gespräche mit beiden Partnern würden auf «gleicher Augenhöhe» fortgesetzt.

Am Montag endete die Bezugsfrist für die Milliarden- Kapitalerhöhung, die bei der Bankgesellschaft wegen riskanter Immobilien- und Kreditgeschäfte nötig geworden war. Bis Donnerstag gilt eine so genannte Nachbezugsfrist. Danach steht die vorläufige Anteilsverteilung an der Bankgesellschaft fest. Das Land Berlin hat bereits für mehr als eine Milliarde DM entsprechend seinem Anteil von 56,6 % an der Bankgesellschaft gezeichnet. NordLB und Parion haben angekündigt so viel Aktien zu zeichnen, dass ihr Anteil auf zehn und 2,1 % sinken wird. Notfalls würde Berlin dann den Rest der Aktien zeichnen.

Spannender ist jedoch die Frage, was danach geschieht. Wegen der Milliardenbürde ist der Senat in Zeitnot. Eine feste Frist gibt es aber nicht. Ende Januar muss bei der EU-Kommission ein Sanierungskonzept für das Institut vorliegen. Aus Berliner Sicht wäre es praktisch, wenn bis dahin der neue Eigentümer feststehen würde.

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