Hasstiraden gegen "Alinghi"
Flaute legt America`s Cup lahm

Flaute auf dem Wasser, Sturm an Land - beim Segel-Klassiker America's Cup schlagen trotz der Rennausfälle die Emotionswellen hoch. Während am Sonntag flaue Winde zum dritten verlorenen Wettfahrttag hintereiander führten, sorgte die führende neuseeländische Tageszeitung "The New Zealand Herald" für einen erneut negativen Höhepunkt in der Hetzkampagne gegen die Schweizer Alinghi Challenge und ihren Skipper Russell Coutts.

HB/dpa AUCKLAND. "In mancher Hinsicht haben Russell Coutts und die Schweiz vieles gemein. (...) Beide genießen den Ruf einer langen exzellenten Historie und viel Respekt, doch das hat bei ihnen zu einer unglücklichen penetranten Arroganz und Unsensibilität gegenüber den Gefühlen anderer Länder geführt. (...) Vielleicht am auffälligsten ist, dass keiner von beiden die Aura abschütteln kann, ein kleines bisschen öde zu sein", hieß es in der Samstag-Ausgabe der "The New Zealand Herald".

Der 41-jährige Coutts, der den America's Cup 1995 für Neuseeland gewann, ihn im Jahr 2000 verteidigte, aber nach teaminternen Meinungsverschiedenheiten noch im selben Jahr zur Schweizer Crew von Pharma-Milliardär Ernesto Bertarelli wechselte, muss sich seitdem von seinen Landsleuten Anfeindungen aller Art gefallen lassen.

Eine Niederlage von Team New Zealand gegen ein europäisches Binnenland unter dem Kommando eines Landsmanns wäre für viele Neuseeländer geradezu ein Trauma. Falls die "Alinghi" siegen sollte, stellt sich "The New Zealand Herald" deren Skipper Coutts folgendermaßen vor: "Er wird natürlich lächeln - oder wird das nur die Entblößung seiner Zähne sein, bevor er uns die Beine abbeißt?"

"Diese Berichterstattung ist verabscheuungswürdig und bösartig", kommentierte "Alinghi"-Pressesprecher Bernard Schopfer die Entgleisungen. Viele der rund 40 Schweizer Journalisten vor Ort reagierten entsetzt über die geradezu Hass schürenden Beschreibungen in den Medien. Isabelle Musy, Korrespondentin der Genfer "Le Temps" und der britischen Nachrichtenagentur Reuters, meinte empört: "Sie gehen deutlich zu weit. Das ist beleidigend für die ganze Schweiz."

Auf dem Wasser soll das Duell beim Stand von 3:0 für das Team Alinghi Challenge am (morgigen) Montag fortgesetzt werden. Wegen der Ausfälle wird ein Ruhetag geopfert. "Für einen verschwendeten Tag war es ein sehr langer Tag2, meinte Alinghi-Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg) am Sonntag verärgert: "Wir hoffen, dass es am Montag endlich weitergeht. Der Wetterbericht klingt leider nicht verlockend, aber wir sind bei allen Bedingungen bereit." Zwei Punkte fehlen der Alpen-Yacht noch zum ersten europäischen Triumph eines Herausforderers in der 152-jährigen Cup-Geschichte.

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