Hauptinteresse gehört nur noch zehn Prozent der gelisteten Werte
Grund zur Hoffnung am Neuen Markt

Verfehlte Planzahlen, nach unten geschraubte Prognosen und Geschäftsmodellen, die sich als Flop erweisen: Ist der Neue Markt überhaupt noch ein Segment, in dem langfristig orientierte Kleinanleger ihr Geld anlegen sollten? Klare Antwort: Ja. Zehn gute Gründe belegen dies:

1. Obwohl es zuletzt tageweise nicht so aussah, gibt immer noch die US-Technologiebörse Nasdaq die Richtung hier zu Lande vor. Die guten Konjunkturzahlen in den USA wirken sich auch auf den Neuen Markt positiv aus.

2. Von den 341 aktuell gelisteten Unternehmen verfehlten im vergangenen Jahr etwa 180 ihre beim Börsengang ausgegebenen Planzahlen. Die Namen sind bekannt. Zwar lässt dies nicht den Rückschluss zu, dass es sich bei allen anderen Werten um Kaufgelegenheiten handelt. Qualität zeigt sich den Anlegern aber auch daran, dass Prognosen in der Vergangenheit erfüllt wurden.

3. Die vielmals angesprochene Neuordnung des Neuen Marktes ist nicht nur in vollem Gange, sie ist bereits sehr weit fortgeschritten. Das Hauptinteresse der langfristig orientierten Anleger, so schätzen Experten, gehört inzwischen nur noch zehn Prozent der gelisteten Werte. Der Rest ist für die Spekulanten.

4. Viele gute Werte gibt es inzwischen zu vernünftigen Preisen. Eine Pfeiffer Vacuum weist gerade noch ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,4 auf Basis der Planzahlen für 2002 auf, eine Singulus steht hier nur bei 14,8, eine Internationalmedia bei 17,9.

5. Das einseitige Branchendenken hat ein Ende. Waren in der Vergangenheit mal Biotech-, mal Logistik- und mal Medien-Werte "en vogue", so wird nun wieder breiter gestreut. Nicht jeder Biotech-Wert ist toll, nicht jeder Internet-Wert Schrott, so die Einsicht, die sich durchsetzt.

6. Die großen Werte aus dem Nemax 50 feiern stärkere Zuwächse als der umfassende Nemax. Dies gilt am Markt als eindeutiges Indiz dafür, dass institutionelle Anleger wie beispielsweise Fonds wieder in größerem Stil einsteigen.

7. Wer in der Vergangenheit am Neuen Markt investieren wollte, aber nicht so recht wusste, in was, überließ sein Geld gerne den Fonds. Seitdem deren Wert seit den Höchstständen teilweise um 70 Prozent oder mehr nach unten gerauscht ist, ist das Vertrauen in die Anlagekunst der Spezialisten schwer angeknackst. Die Tatsache, dass viele Fondsmanager keine bessere Performance als die Kleinanleger schafften, lässt viele wieder zum "Selbstversuch" übergehen.

8. An den Börsen weltweit war in den letzten Wochen wieder ein leichter Aufschwung festzustellen. Gerade die Technologietitel haben in der seit 14 Monaten anhaltenden Rezession besonders gelitten. Deswegen steckt nun umgekehrt auch besonders viel Phantasie in ihnen.

9. Konservative Aktien und Rentenpapiere, die in Krisenzeiten gefragt sind, mussten zuletzt Verluste hinnehmen. Experten wie Gerhard Grebe, Chefvolkswirt von Julius Bär European Brokerage, werten dies als Appetit auf mehr Risiko.

10. Waren die Banken noch bis vor kurzem wegen der anhaltenden Marktturbulenzen zu keinen Zukunftsprognosen bereit, so wagen sie nun wieder Vorhersagen. Eine Erholung bis auf 2 200 Punkte trauen beispielsweise die Analysten von Helaba Trust dem Nemax 50 in den nächsten sechs Monaten zu.

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