Hauptnachrichtensendung unterbrochen
Tschechischer TV-Intendant Hodac fordert Polizeieinsatz im Sender

afp PRAG. Der umstrittene Intendant des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Tschechien hat einen Polizeieinsatz gegen die rebellierenden Redakteure in seinem Sender gefordert. Ceska Televize (CT) sei ein "öffentlicher Ort" und die Polizei solle "konsequent" gegen die Journalisten vorgehen, sagte Jiri Hodac am Mittwoch in einem Rundfunk-Interview. Auf seine Anweisung hin wurde die Hauptnachrichtensendung um 19.15 Uhr unterbrochen und eine Mitteilung verlesen. Darin hieß es, Hodac habe sich an den Rundfunkrat gewandt und eine grundsätzliche Entscheidung über die Ausstrahlung von Sendungen gebeten, die von 20 am Dienstag entlassenen Mitarbeitern stammten.

Die Redakteure werfen der neuen CT-Führung mangelnde Unabhängigkeit und zu große Nähe zur Demokratischen Bürgerpartei (ODS) von Parlamentspräsident Vaclav Klaus vor. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Mittwoch meldete, bezeichnete auch die Sozialdemokratische Partei von Ministerpräsident Miloas Zeman einen Rücktritt von Hodac als "notwendig". Zuvor hatte sich bereits Präsident Vaclav Havel auf die Seite der rebellierenden Journalisten gestellt.

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