Hauptverband rechnet im kommenden Jahr nur noch mit einer Million Beschäftigten
Bauwirtschaft stürzt in tiefe Krise - Umsatzerwartungen nach unten korrigiert

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat seine Umsatzprognose für das Jahr 2000 verworfen: "Statt mit einem Minus von nominal 0,3 Prozent rechnen wir nun mit einem Rückgang von nominal 3 Prozent auf knapp 197 Mrd. DM", sagte Hauptgeschäftsführer Michael Knipper dem Handelsblatt.

jun BERLIN. Grund für diese einschneidende Korrektur ist die Auftragslage, die sich in den ersten sieben Monaten dramatisch verschlechtert hat. So wurden zwischen Januar und Juli im gesamten Bundesgebiet real 9,1 % weniger Aufträge hereingeholt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dabei fiel der Rückgang im Osten mit real 12,8 % erheblich größer aus als im Westen, wo der Auftragseingang real um knapp 8 % schrumpfte.

Die Krise am Bau wird nach Einschätzung des Hauptverbandes in Berlin tiefe Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. In diesem Jahr werden 70 000 Arbeitsplätze verloren gehen, für 2001 rechnet der Hauptverband sogar mit weniger als einer Million Beschäftigten - Ende 1999 arbeiteten noch 1,11 Millionen Menschen am Bau.

Nach fünf mageren Jahren hatte die Bauwirtschaft auf eine Belebung gehofft - doch vergeblich. Bereits die Halbjahreszahlen der führenden Baukonzerne deuteten darauf hin, dass der Aufschwung ausbleiben würde. Zuletzt hatte Branchenprimus Hochtief seine Ertragserwartungen nach unten korrigiert. Auch Philipp Holzmann und Dyckerhoff & Widmann berichteten über schlechte Geschäfte im Inland. Während der Walter-Konzern von Stagnation spricht, erwartet Bilfinger & Berger ein leichtes Plus. Von der Krise am Bau ist der Mittelstand besonders betroffen. Der Grund: Die großen Konzerne erbringen inzwischen die Hälfte ihrer Bauleistung im Ausland.

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