Hauptverdächtige auf der Flucht
Über 300 Festnahmen nach Djindjic-Attentat

Bei der Fahndung nach den Drahtziehern des Mordes an dem serbischen Regierungschef Zoran Djindjic sind nach Polizeiangaben bis zum Sonntag 307 Verdächtige festgenommen worden.

HB/dpa BELGRAD. Der am Mittwoch ermordete Reformpolitiker Djindjic wurde am Samstag in Belgrad unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Die drei Hauptverdächtigen, darunter der frühere Chef der Sonderpolizei Milorad Lukovic, sind jedoch weiterhin flüchtig.

Das serbische Parlament könnte schon in dieser Woche über den Nachfolger des 50-jährigen Politikers entscheiden. Zoran Zivkovic, lange Jahre engster Djindjic-Mitarbeiter und bisheriger jugoslawischer Verteidigungsminister wurde am Sonntag von der Demokratischen Partei (DS) von Djindjic offiziell für das Amt vorgeschlagen. Er soll auch bis zum Parteitag, vorgesehen erst für das kommende Jahr, als Vizeparteichef die DS vertreten. Das hat der in Belgrad tagende DS-Hauptausschuss beschlossen.

An der Gedenkfeier und dem Trauerzug für Djindjic nahmen mehrere hunderttausend Menschen sowie zahlreiche ausländische Regierungschefs und Außenminister teil.

Vom Organisierten Verbrechen angeheuerte Killer mit Verbindungen zum gestürzten Milosevic-Regime sollen den Mord ausgeführt haben. Am Samstag wurde nach Angaben des Innenministeriums einer der mutmaßlichen Hintermänner festgenommen. Es handelt sich um Mladjan Micic alias "Pacov" (Ratte). Er ist einer der Bosse des berüchtigten "Zemun-Clans", der die Ermordung des Regierungschefs organisiert und finanziert haben soll. Mit ihm wurden in einem Versteck in dem südserbischen Dorf Smoljinac sechs weitere Tatverdächtige festgenommen. Die Polizei beschlagnahmte zahlreiche Waffen, Munition, Nachtsichtgeräte sowie mehrere wahrscheinlich gestohlene Luxusautos.

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