Hauptversammlung
Aktionäre beklagen politischen Druck auf „Aktie Gelb“

Konjunktur und Streiks belasten Deutsche Post. Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor 4000 Aktionären auf der Hauptversammlung die schwache Kursentwicklung der "Aktie Gelb" - doch die Diskussion erreichten bei weitem nicht die Heftigkeit wie jüngst bei der Deutschen Telekom.

HB/agr KÖLN. Die schwache Konjunktur und die harte Tarifauseinandersetzung belasten die Deutsche Post AG. Vorstandschef Klaus Zumwinkel sagte gestern auf der zweiten ordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens in Köln, es sei eine Herausforderung, das operative Ergebnis des Jahres 2001 zu übertreffen. Analysten rechnen sogar mit einem Gewinnrückgang. Niels Machemehl von M.M. Warburg & Co rechnet vor, dass eine Lohnerhöhung von 3,5 % die Kosten der Post um 70 Mill. Euro erhöhen würde.

Doch von einem Abschluss ist der Konzern noch weit entfernt. In den vergangenen Tagen hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Warnstreiks inszeniert, durch die Millionen von Briefen liegen blieben. Zumwinkel bezeichnete den jüngsten Streikaufruf angesichts der konstruktiven Gespräche als nicht nachvollziehbar. Die Forderung nach 6,5 % mehr Lohn für die 160 000 Tarifbeschäftigten der Post sei "absolut unrealistisch". Die Tarifverhandlungen werden Anfang kommender Woche fortgesetzt. Dann will die Post ein Angebot vorlegen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor 4000 Aktionären auf der Hauptversammlung die schwache Kursentwicklung der "Aktie Gelb" - doch die Diskussion erreichten bei weitem nicht die Heftigkeit wie jüngst bei der Deutschen Telekom. Die zahlreichen öffentlichen Debatten über die Deutsche Post schaden nach Ansicht der Aktionäre dem Unternehmen und seiner Aktie. "Parteipolitische Ränkespiele" hätten das Aktienvermögen vernichtet, kritisierte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Über dem Aktienkurs schwebe zudem das Damoklesschwert eines zweiten Börsengangs, der den Kurs verwässern könnte. Eine zweite Tranche sei für das laufende Jahr nicht vorgesehen, sagte Zumwinkel unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium. Allerdings plane der Bund, weitere Anteile bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu parken.

Zumwinkel bekräftigte, dass die Post die Liberalisierung der europäischen Postmärkte nutzen und mit dem Briefgeschäft ins europäische Ausland expandieren werde. Ein besonderes Augenmerk hat sie dabei auf Großbritannien geworfen, wo sie bereits im Paket- und Expressgeschäft stark vertreten ist. Im Sommer will die Post eine Europastrategie Brief vorstellen.

Im Expressgeschäft will die Post mit der Tochter DHL das Asiengeschäft ausbauen, insbesondere in China. Die Zukunft des Logistikgeschäfts liege im Supply Chain Management, der umfassenden logistischen Betreuung einzelner Kunden, sagte Zumwinkel. Danzas wird zum 1. Juli die Logistik für die Swisscom Fixnet übernehmen. Der Auftrag wird in der Branche auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Die Post verteidigt mit ihm ihre führende Stellung in der Telekommunikationslogistik.

Quelle: Handelsblatt

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