Hauptversammlung
Commerzbank bleibt für Kooperationen aufgeschlossen

Die Commerzbank ist nach den Worten ihres scheidenden Vorstandssprechers Martin Kohlhaussen weiter offen für Partnerschaften und Kooperationen.

Reuters FRANKFURT. Zur Aufgabe des Instituts gehöre die Aufgeschlossenheit für partnerschaftliche Arrondierungen, für Kooperationen und Akquisitionen, also auch für externes Wachstum, sagte Kohlhaussen am Freitag in Frankfurt auf der Hauptversammlung des Instituts laut Redetext. Einer Übernahmefantasie Vorschub zu leisten, zähle aber nicht zu den primären Aufgaben der Bank. "Vorstand und Aufsichtsrat werden sich weiterhin mit allen Optionen, die das Umfeld bietet oder erfordert, auseinander setzen", fügte Kohlhaussen hinzu. Der Commerzbank-Chef räumte ein, dass das Institut wegen ausgebliebener größerer nationaler und grenzüberschreitender Kooperationen im europäischen Wettbewerb zurückgefallen sei.

Kohlhaussen trat zudem Spekulationen entgegen, es gebe eine Vereinbarung zwischen der Commerzbank und ihrem Großaktionär Cobra. "Gerüchte, es gäbe einen Deal der Bank mit dieser Aktionärsgruppe oder ein solcher stünde unmittelbar bevor, kann nur in das Reich der Fantasie verwiesen werden", sagte Kohlhaussen. Die Cobra, die derzeit nach eigenen Angaben knapp zehn Prozent an Deutschlands viertgrößter Bank hält, hat Überraschungen für die Hauptversammlung angekündigt. Eine Gruppe von 40 Aktionären um die beiden hinter der Cobra stehenden Investoren Clemens Vedder und Klaus-Peter Schneidewind hat die Tagesordnung um vier Punkte ergänzt. Darin fordern sie unter anderem, dem Vorstand das Vertrauen zu entziehen.

Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gestaltet sich Kohlhaussen zufolge schwierig. Provisionserträge und Handelsergebnisse hingen stark von der nicht vorhersehbaren Entwicklung an den Finanzmärkten ab. Trotz sorgfältiger Abwägung sei es auch ungewiss, wie sich die Risikolage im Jahresverlauf entwickeln werde. "Vor Überraschungen ist niemand gefeit", sagte der Commerzbank-Chef. Wie die Commerzbank bereits Anfang Mai mitgeteilt hatte, war das Vorsteuerergebnis der Bank im ersten Quartal 2001 im Jahresvergleich um 48,3 Prozent auf 309 Millionen Euro gesunken. Der Gewinn nach Steuern fiel um 53,8 Prozent auf 168 Millionen Euro.

Kohlhaussen wird sich auf der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat wählen lassen und den Führungsstab der Bank an seinen designierten Nachfolger und Vorstandskollegen Klaus-Peter Müller übergeben.

Die Aktien der Commerzbank lag gegen 10.35 Uhr mit 0,2 Prozent im Minus bei 31,78 Euro. Der Dax notierte dagegen rund einen halben Prozent schwächer.

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