Hauptversammlung der Hypo-Vereinsbank
Kommentar: Bittere Realität für HVB-Aktionäre

Pfiffe, Buhrufe, höhnisches Gelächter - die Aktionäre der Hypo-Vereinsbank sind erzürnt. Und es gibt wahrhaft viele Gründe dafür: Ein Riesenverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr, zum ersten Mal in der Geschichte der Bank keine Dividende, ein beispielloser Absturz der Aktie.

Dafür kann man sicher viele Verantwortliche finden, auf der Hauptversammlung konzentriert sich der Ärger auf eine Person. Albrecht Schmidt, über zwölf Jahre Chef der Bank und nun Vorsitzender des Aufsichtsrats, verfolgte die Debatte mit verkniffenem Gesicht.

"Ich stelle mich der Kritik, aber teile sie nicht", meint der 65-jährige lakonisch. Aber nicht nur die Kleinatkionäre, auch die großen institutionellen Investoren wollen Schmidt nicht an der Aufsichtsratsspitze sehen. Zu Recht: Denn ein wirklicher Neuanfang bei der Münchener Großbank erscheint mit Schmidt schwieriger als ohne. Kein Zweifel, Schmidt muss sich den jüngsten Absturz anlasten lassen. Das ist zwar angesichts seiner jahrelangen Verdienste um den Konzern bitter, aber es ist die Realität. Davor sollte er die Augen nicht verschließen.

Der neue Bankchef Dieter Rampl hat viele Probleme zu schultern. Die Querelen um die Besetzung des Aufischtsrat sind nur neue Hindernisse aus seinem steinigen Weg. Schmidts Entscheidung, an die Spitze des Aufsichtsrats zu wechseln, wird auch mit seinem Pflichtbewusstsein begündet. Wahrscheinlich hätte er der Bank einen besseren Dienst erwiesen, wenn er diesen Schritt nicht getan hätte.

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