Hauptversammlung in Berlin
Neue Runde Kirch gegen Springer

Der Streit zwischen dem Axel Springer Verlag und dem angeschlagenen Medienunternehmer Leo Kirch geht in eine neue Runde. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Berlin sollen die Springer-Aktionärsvertreter an diesem Dienstag über zwei Anträge von Kirchs Print-Beteiligungs (PB) GmbH gegen den Vorstand sowie die Mehrheitsaktionärin Friede Springer entscheiden.

HB BERLIN. Der Münchner Filmrechthändler wirft der Verlagsspitze vor, die Krise seines Medienimperiums ausgelöst und dadurch auch Springer selbst geschadet zu haben.

Die PB hielt bis zum vergangenen Freitag 40 Prozent der Verlagsaktien, die wegen der Kirch-Krise nun im Besitz der Deutschen Bank sind. Springer besitzt wiederum 11,5 Prozent an Kirchs Pro Sieben Sat.1 Media AG. Anfang des Jahres hatte Springer eine Verkaufsoption über dieses Paket ausgesprochen und damit Kirchs Zahlungsprobleme verschärft. Es geht dabei um 800 Mill. Euro.

Kirch: Krise beschädigt auch Springer

Diese so genannte "put option" soll nach Darstellung von Kirchs Anwälten von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner auf Betreiben der Verleger-Witwe ausgesprochen worden sein. Damit sollte Kirch, der wie Friede Springer im Aufsichtsrat sitzt, aus dem Unternehmen gedrängt werden. Durch die Kirch-Krise sei auch Springer als Kirch- Anteilseigner geschädigt worden.

Auf der Hauptversammlung sollen die Aktionärsvertreter eine Sonderprüfung der Geschäftsführung sowie über Forderungen nach Schadenersatz entscheiden. Bereits bei der Hauptversammlung am 26. Juni hatte Kirch die Verlagsspitze angegriffen. Die Anträge waren damals aus formalen Gründen nicht zugelassen worden.

Springer verhandelt weiter mit Ringier

Die Zukunft des 40-Prozent-Aktienpakets mit einem Wert von rund 730 Mill. Euro ist weiterhin offen. Zur Zeit verhandelt Springer mit dem Schweizer Medienhaus Ringier über einen Verkauf. Dabei wird auch eine Fusion der beiden Verlagsriesen gesprochen.

Hauptgesellschafter des Verlags ist die Axel Springer Gemeinschaft für Publizistik, die 50 Prozent plus 10 Aktien besitzt. An dieser Gesellschaft hält Friede Springer 90 Prozent der Anteile, jeweils fünf Prozent sind in Händen der Springer-Enkel Axel Sven Springer und seiner Schwester Ariane.

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