Hauptversammlung in Hamburg
Spar-Aktionäre fordern höheres Angebot für "Vorzüge"

Aktionäre der Spar Handels-AG haben das Kaufangebot des französischen Mehrheitsaktionärs ITM Entreprises für die Vorzugsaktien des defizitären Lebensmitteleinzelhändlers als zu niedrig kritisiert.

Reuters HAMBURG. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DWS) sowie Kleinaktionäre bezeichneten das den Vorzugsaktionären unterbreitete Abfindungsangebot auf der Hauptversammlung von Spar am Mittwoch in Hamburg als unzureichend und forderten eine Nachbesserung. Im ersten Halbjahr 2001 rutschte Spar tiefer in die Verlustzone. Gleichwohl bekräftigte Vorstandschef Fritz Ammann sein Ertragsziel, wonach Spar im vierten Quartal 2002 wieder profitabel sein soll.

DSW-Sprecher Horst Lehmann forderte, die Abfindungsofferte auf acht bis zehn Euro von sechs Euro aufzubessern. Bis Juli hatten nur 60 Prozent der Vorzugsaktionäre ihre Anteilsscheine an den Mehrheitsaktionär ITM Entreprises SA verkauft. Damit hatte ITM sein zuvor gestecktes Ziel, 75 Prozent der Spar-Vorzüge zu erwerben, nicht erreicht.

Ein Kleinaktionär sagte, der Mehrheitsaktionär sei mit dem Angebot "zu kurz gesprungen". ITM solle auch über eine Abfindung der Stammaktionäre nachdenken, falls geplant sei, die Börsennotierung von Spar einzustellen. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) bezeichnete das Kaufangebot als "fair".

ITM gehören bereits 83 Prozent des Stammkapitals von Spar. Einschließlich der Vorzüge kommen die Franzosen damit auf mehr als 75 Prozent des Gesamtkapitals. Spar ist zurzeit im MDax notiert, muss dieses Segment für mittelgroße Unternehmen aber voraussichtlich im nächsten Monat verlassen, weil das Unternehmen keine Quartalsberichte veröffentlicht.

Der seit vier Monaten als Vorstandschef amtierende Sanierungsexperte Ammann bekräftigte vor den Aktionären seine Prognose, wonach das Unternehmen Ende nächsten Jahres auf Quartalsbasis wieder operative Gewinne schreiben soll. Als Sanierungsziel nannte er eine Verbesserung des Betriebsergebnisses um 250 Millionen bis 300 Millionen Mark. In den ersten sechs Monaten 2001 geriet Spar eigenen Angaben zufolge mit 153,1 Millionen nach 103,4 Millionen im Vorjahreszeitraum tiefer in die Verlustzone. Damit betrug der Fehlbetrag zur Jahresmitte bereits drei viertel der von Ammann für das Gesamtjahr erwarteten operativen Verluste von rund 200 Millionen Mark. Der Umsatz des Einzelhandelskonzerns erhöhte sich im ersten Halbjahr um zwei Prozent auf 6,333 Milliarden Mark.

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