Hauptversammlung in Köln
Lufthansa gibt erstmals Prognose für 2002 ab

Mit Spannung dürften Analysten und Aktionäre die Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG heute in Köln verfolgen. Das Unternehmen, das bisher einen Ausblick für das gesamte Jahr verweigerte, will dort erstmals eine Prognose für 2002 abgeben.

vwd FRANKFURT. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern im laufenden Geschäftsjahr ein deutlich besseres operatives Ergebnis erzielen wird als im Krisenjahr 2001. Die Terroranschläge des 11. September in New York und Washington hatten bei Lufthansa den operativen Gewinn auf einen Wert von 28 Mill. ? einbrechen lassen, nach 1,04 Mrd ? 2000.

Unwahrscheinlich ist jedoch nach Ansicht von Marktbeobachtern, dass das Unternehmen an das Rekordergebnis 2000 wird anknüpfen können. Deutliche Anzeichen für eine Erholung lieferten die Verkehrszahlen der vergangenen Monate. Im Mai lag das Passagieraufkommen nur noch um 5,7 % unter dem Vorjahresmonat. Das war der geringste Rückgang seit dem 11. September. Die Frachttochter Lufthansa Cargo erzielte im Mai erstmals seit November 2000 bei der transportierten Post und Fracht wieder einen leichten Zuwachs um ein Prozent.

Mitte Mai hatte Lufthansa die Marktteilnehmer mit einem gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelten operativen Gewinn von zwölf Mill. ? für das erste Quartal positiv überrascht. Die Mehrheit der Analysten war von einem operativen Verlust ausgegangen. Die Lufthansa hatte für den Erfolg hauptsächlich das rigorose Kostenmanagement verantwortlich gemacht, das die Steigerung der betrieblichen Aufwendungen begrenzt habe. Die Kapazitäten wurden an die Nachfrage angepasst, Investitionsausgaben zurückgefahren und weitere Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt worden

.

Auch die mit den Tarifpartnern kurzfristig umgesetzten flexiblen Arbeitszeitmodelle sowie ein Gehaltsverzicht dürften positiv zu Buche geschlagen haben. Die Fluggesellschaft hatte die im ersten Quartal um 1,2 Prozent erhöhten Durchschnittserlöse im Wesentlichen darauf zurückgeführt, dass der Anteil der First- und Business-Class-Passagiere am Gesamtaufkommen wieder das gewohnte Niveau erreicht habe. Auch wenn die Aussagekraft des ersten Quartals in der Luftfahrtbranche sehr begrenzt ist, die Trends stimmen optimistisch und zeigen nach Ansicht von Beobachtern, dass Lufthansa auf dem richtigen Weg ist.

Der Konzern selbst hat bereits angekündigt, er rechne unter der Voraussetzung, dass keine weiteren politischen oder terroristischen Ereignisse den Wirtschaftsaufschwung behinderten, im laufenden Jahr mit einem deutlich besseren operativen Ergebnis als 2001.

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