Hauptversammlung in München - Aktie legt zu: Escada verschärft Sparkurs

Hauptversammlung in München - Aktie legt zu
Escada verschärft Sparkurs

Der mit der schwachen Nachfrage in der Branche kämpfende Luxusmodekonzern Escada hat seinen Sparkurs nochmals verschärft, sieht sich bei steigenden Orders aber wieder auf Wachstumskurs.

Reuters MÜNCHEN. Escada wolle im laufenden Geschäftsjahr 2002/2003 (zum 31. Oktober) im Kerngeschäft zusätzlich zehn Millionen Euro einsparen, sagte Finanzvorstand Georg Kellinghusen am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München. Dies betreffe alle operativen und administrativen Bereiche. Damit werde Escada insgesamt in diesem Geschäftsjahr rund 28 Millionen Euro einsparen. Ziehe man die Kosten für Werbung und neue Läden von 17 Millionen Euro ab, ergebe sich ein Einspareffekt von noch rund elf Millionen Euro.

Trotz der Irak-Krise und der Lungenkrankheit SARS in Asien rechnet das auf Luxus-Damenmode spezialisierte Unternehmen mit einer Ergebnissteigerung. "Trotz des in den vergangenen Wochen nochmals verschlechterten Umfelds halten wir es aus heutiger Sicht unverändert für möglich, dass die Escada Group das Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im aktuellen Geschäftsjahr weiter steigern wird", sagte Kellinghusen. Vorstandschef Wolfgang Ley ergänzte, das öffentliche Leben in Hongkong und damit ein wichtiger Markt sei wegen SARS zum Stillstand gekommen. Auf der Bilanzpressekonferenz hatte Escada noch erklärt, sein Ebit in diesem Jahr auf 30 (Vorjahr: 25,1) Millionen Euro zu steigern. Auf Nachfrage sagte ein Sprecher, dieses Ziel gelte noch immer.

Die in den SDax abgestiegene Gesellschaft war nach den Anschlägen am 11. September 2001 in den USA wegen zu hoher Lagerbestände und einem Einbruch der Nachfrage in die Krise geraten, im vergangenen Geschäftsjahr aber mit einem Sparkurs und Konzentration auf das Kerngeschäft zurück in die Gewinnzone gekehrt. Der Umsatz sank im vergangenen Geschäftsjahr auf 772,9 (Vorjahr: 846,2) Millionen Euro, weil Escada sein Sortiment zurückfuhr, um hohe Lagerbestände zu vermeiden. Für das laufende Jahr wird ein stagnierender Umsatz im Kerngeschäft erwartet.

In den traditionell schwachen ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres 2002/2003 geriet die Gesellschaft beim Konzernergebnis nach Steuern in die roten Zahlen. Kellinghusen sagte, das laufende Geschäftsjahr werde im Vergleich zum vergangenen einen umgekehrten Geschäftstrend zeigen. "Die Umsatz- und Ergebnisdynamik wird (von Quartal zu Quartal) zunehmen und nicht wie im Vorjahr abnehmen." Der Grund sei der "befriedigende Orderbestand" für die Herbst/Winter-Saison 2003, der auf bereinigter Basis ein leichtes Plus gegenüber der Vorjahresorder aufweise.

Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand, das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien um bis zu 15 Millionen Euro zu erhöhen. Die Escada-Aktie gewann bis zum Nachmittag um knapp drei Prozent auf 7,50 Euro.

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