Hauptversammlung könnte sich quer stellen
Analysten sehen Dresdner-Übernahme unterschiedlich

dpa-afx FRANKFURT. Analysten haben sich am Mittwoch Abend unterschiedlich zu einer möglichen Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz geäußert. Bankenanalyst Metehan Sen vom Bankhaus Sal. Oppenheim zeigte sich skeptisch, Dieter Hein von Credit Lyonnais eher zuversichtlich.
"Die Allianz wollte schon früher ihren Anteil an der Dresdn er Bank auf mehr als 25 % erhöhen, war aber an den Kartellbehörden gescheitert", sagte Hein. Die Allianz habe ein Interesse an den Geschäftsfeldern Asset Management und Retail Banking. Branchenkreise sagen, der Versicherungsriese benötige für seine Produkte ein breites Vertriebssystem. Dazu könne die Dresdner mit ihrem flächendeckenden Filialnetz einen wichtigen Beitrag liefern. Die Frankfurter Großbank verfüge zudem mit DIT über eine Investmentfonds-Gruppe und eine qualifizierte Vermögensverwaltung.

Das Problem bei einer Übernahme der Dresdner Bank ist für Sen die Frage, was die Allianz mit den Geschäftsbereichen wolle, die nicht in ihr Konzept passen würden. "Die Bereiche Investmentbanking, das Firmenkundengeschäft und das Hypothekengeschäft müssen dann entweder verkauft oder geschlossen werden." Dafür sei aber die Zustimmung der Hauptversammlung nötig - "die zu bekommen, könnte schwer werden".

Grundsätzlich optimistischer beurteilte hingegen Dieter Hein, Analyst der Credit Lyonnais, eine Übernahme. Die Münchener Rück benötige genau wie die Allianz einen möglichst exklusiven Vertriebspartner, sagte er. Insofern sei bei einer eventuellen Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz diese Möglichkeit gegeben. Schon bei der im vergangenen Jahr gescheiterten Fusion von Deutscher Bank und Dresdner Bank sei diese Variante im Gespräch gewesen.

Übernahme könnte Aktienkurs treiben

Hein sagte, die Dresdner Bank könnte einige ihrer Probleme mit einem Bankpartner lösen. Das Institut hätte ohne Erträge aus Beteiligungsverkäufen im vergangenen Jahr einen Verlust ausweisen müssen. Dass die Dresdner unter anderem auch mit der Commerzbank gesproche habe, lasse auf ihr Interesse an einem solchen Geschäft schließen.

Eine Übernahme der Dresdner dürfte sich nach Einschätzung des Analysten positiv auf den Kurs der Bank-Aktie auswirken, da ein möglicher Käufer den Aktionären einen attraktiven Preis bieten müsse. Das gelte auch, wenn die Allianz als Käufer auftrete. Aufschläge von 20 bis 30 Prozent auf den aktuellen Kurs seien dabei durchaus üblich, sagte Hein.

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