Hauptversammlung
Metro verstärkt Internationalisierung

Deutschlands größter Handelskonzern, die Düsseldorfer Metro AG, will schon bald mehr als die Hälfte seines Umsatzes im Ausland erwirtschaften. Im Inland bremsen dagegen vor allem die Sorgenkindern des Unternehmens, die Extra-Verbrauchermärkte und die Praktiker-Baumärkte den Höhenflug des Handelsriesen.

ap DÜSSELDORF. "Unser konsequenter Internationalisierungskurs ist der Motor für das kontinuierliche Wachstum im Metro-Konzern", sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Körber auf der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch in Düsseldorf. Im Geschäftsjahr 2000 erwirtschaftete der Handelsriese bereits 42 % seines Gesamtumsatzes von 46,9 Mrd. ? (91,45 Mrd. DM) außerhalb Deutschlands. Und der Anteil wächst stetig. Besonders bei den Cash&Carry-Märkten und der Elektronikmarkt-Kette Media/Saturn bestehe auf Grund der forcierten Expansion im Ausland weiter ein großes Wachstums- und Wertsteigerungspotenzial, sagte Körber.

Schon in naher Zukunft sollen die ersten Cash&Carry-Märkte in Russland, Kroatien, Vietnam, Japan und Indien ihre Tore öffnen. In China, wo die Metro AG 1995 den ersten Markt errichtete, will der Konzern sein Wachstumstempo deutlich erhöhen. Bis Ende dieses Jahres will er zu den fünf größten Handelsunternehmen in China gehören, sagte der Vorstandsvorsitzende. Für die nächsten drei bis fünf Jahre plant die Metro AG bis zu 40 weitere Markteröffnungen im fernöstlichen Riesenreich.

Sorgenkinder auf dem Weg der Besserung

Die Elektronikmärkte Media/Saturn sind bereits Marktführer in Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz, Ungarn und Polen. Der Auslandsanteil am Umsatz überschritt bei ihnen im vergangenen Jahr erstmals die 30-Prozent-Marke. Die Voraussetzungen für einen Börsengang der Elektronikmärkte werden Körber zufolge geprüft, doch werde er nicht vor 2003 stattfinden. Auch die SB-Warenhäuser der Marke Real und der Warenhauskonzern Kaufhof drängen ins Ausland.

Sorgenkinder des Konzerns sind allerdings nach wie vor die Extra-Verbrauchermärkten und die Praktiker-Baumärkte. Bereits in diesem Jahr sei aber mit den ersten Erfolgen aus der Repositionierung der Unternehmen zu rechnen, meinte Körber. Mittelfristig würden beide Konzerntöchter die Zielrendite erreichen. Er ließ gleichzeitig keinen Zweifel daran, dass dies die Voraussetzung für einen langfristigen Verbleib der Sparten im Metro-Konzern sei. `Wir haben diesen Konzern schon einmal auf den Kopf gestellt und wir schrecken nicht davor zurück, es wieder zu tun." Im Moment bestehe dafür allerdings aus seiner Sicht kein Bedarf.

Eine Absage erteilte Körber gleichzeitig dem Streben nach schierer Größe. `Wir suchen nicht Wachstum um jeden Preis. Wir wollen vielmehr die Metro AG als eines der besten - und nicht unbedingt eines der größten - Handelsunternehmen im internationalen Markt verankern."

Im laufenden Jahr will der Konzern seinen Umsatz um mindestens sieben Prozent auf über 50 Mrd. ? steigern. Auch das Ergebnis nach Zinsen und Steuern (EBIT) soll besser ausfallen als der Vorjahreswert von einer Milliarde Euro. Das Ergebnis je Aktie werde sich um mindestens zehn Prozent verbessern. Doch sei dies eine `konservative Ergebnisaussage", betonte Körber. Unmittelbar vor der Hauptversammlung war Körber, bis dahin lediglich Vorstandssprecher der Metro AG, vom Aufsichtsrat zum ersten Vorstandsvorsitzenden des größten deutschen Handelskonzerns befördert worden.

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