Hauptversammlung
Münchener Rück verspricht Gewinne in den USA

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück sieht seine defizitäre US-Tochter American Re nach der Neuordnung auf gutem Weg, bald wieder Gewinne zu erwirtschaften.

Reuters MÜNCHEN. "Der Zeitpunkt für die Neuausrichtung der American Re ist optimal...Falls auch die Schadenbelastung aus Naturkatastrophen und anderen Großereignissen nicht den Rahmen des Normalen sprengt, werden wir in den USA wieder Geld verdienen", sagte Vorstandschef Hans-Jürgen Schinzler am Mittwoch auf der Hauptversammlung der Münchener Rück.

Der Konzern hatte in der vergangenen Woche mit der Ankündigung, die Rückstellungen bei American Re um zwei Milliarden Dollar zu erhöhen, die Märkte negativ überrascht. Der neue American-Re-Chef John Phelan hat bereits kräftige Gewinne ab 2003 versprochen.

Das Rückversicherungsgeschäft habe sich im ersten Halbjahr erfreulich entwickelt, bekräftigte Schinzler. Hier erwarte der Konzern im Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von elf Prozent auf 24,6 Milliarden Euro.

In der Erstversicherung, die vor allem von der Düsseldorfer Tochter Ergo, rechne die Münchener Rück mit einer Steigerung des Umsatzes um knapp fünf Prozent auf etwa 16,5 Milliarden Euro, wobei das Ergebnis wegen der schwachen Kapitalmärkte deutlich niedriger als 2001 ausfallen dürfte.

In der Erstversicherung profitiere die Münchener Rück von der Vertriebspartnerschaft mit der HypoVereinsbank. In den ersten sechs Monaten 2002 seien bereits mehr als 65 000 Ergo-Versicherungen über die Filialen der HVB verkauft worden. "Damit wurden die Ziele, die wir uns für diese wichtige Startphase gesetzt haben, sogar übertroffen", sagte Schinzler. In Polen sei ebenfalls eine Verstärkung der Zusammenarbeit geplant, die dann auch auf weitere Regionen ausgeweitet werden könnte.

Die Aktionäre haben das US-Engagement der Münchener Rück scharf kritisiert. Der Kaufpreis von 2,5 Milliarden Euro für die American Re sei im Nachhinein viel zu hoch, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. Seither habe der Konzern 3,5 Milliarden Dollar in die Reserven der defizitären US-Tochter stecken müssen.

Das US-Management habe versagt, aber auch in der Münchner Zentrale habe man zu lange zugeschaut. Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre zweifelte an, dass sich die Investitionen in die American Re jemals auszahlen.

Der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder und das ehemalige Mitglied der Europäischen Kommission, Karel van Miert, sollen am Mittwoch von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat der Münchener Rückversicherungs AG, -Gesellschaft München, gewählt werden. Pischetsrieder ersetzt in dem Gremium den früheren VW-Vorstandsvorsitzenden Ferdinand Piech, während van Miert dem ehemaligen Aufsichtsratvorsitzenden der Dresdner Bank AG, Alfons Titzrath, nachfolgen wird. Ron Sommer bleibt Mitglied im Aufsichtsrat der Münchener Rück.

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