Hauptversammlung
Preussag ohne Energie

Der Preussag-Konzern wird sich komplett von seiner hochprofitablen Sparte Energie trennen.

WiWo/AP/dpa/Reuters. "Unsere Erdöl- und Erdgasproduktion ist für viele Produzenten von hohem strategischen Interesse. Dieses Zeitfenster gilt es zu nutzen, so dass wir uns entschlossen haben, den Energiebereich insgesamt zur Veräußerung auszuschreiben", sagte Preussag-Vorstandsvorsitzender Michael Frenzel am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hannover.

Mittelfristig erwarte er dadurch keine Ergebnisminderung, sondern größeren Spielraum für Wachstum im Tourismus. Frenzel rechnet damit, die Schulden des Konzerns von heute 5,5 Milliarden Euro auf 4 Milliarden Euro im Frühjahr 2003 zu senken.

Erste Details über den geplanten Verkauf der Energiesparte waren bereits vor zwei Wochen aus Konzernkreisen bekannt geworden. Demnach liegen Preussag mehrere konkrete Anfrage von Kaufinteressenten vor. Das Kasseler Öl-Gas-Unternehmen Wintershall AG ist an einer Übernahme der Energiesparte interessiert. Vorstandschef Reinier Zwitserloot hat generelles Interesse an einer Übernahme geäußert. Die Erdöl- und Erdgasproduktion von Preussag sei für Wintershall sehr interessant. Wintershall erzielte 2001 bei einem Bruttoumsatz von 5,3 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 1,32 Milliarden Euro.

Die Energiesparte galt bislang bei Preussag als Gewinnbringer. Bei 836 Millionen Euro Jahresumsatz lieferte die Sparte 2001 ein operatives Ergebnis von 338 Millionen Euro, das waren 40 Prozent des Konzernergebnisses. Kein anderer Bereich konnte eine derart hohe Bruttoumsatzrendite aufweisen.

Der Profit der Energiesparte war insbesondere während des kostenträchtigen Umbaus des Mischkonzerns Preussag zum inzwischen weltweit umsatzstärksten Touristikkonzern für die Gesamtbilanz wichtig.

Tourismus holt auf

Preussag wird sich nach Worten von Vorstandschef Michael Frenzel im Markt für Billigflüge engagieren. "Wir werden uns in diesem Wachstumsmarkt mit Augenmaß, aber entschieden engagieren", sagte Frenzel.

Im Tourismusgeschäft liegen die Buchungen für den laufenden Sommer noch um 7,2 Prozent unter dem Vorjahr, wie Vorstandschef Michael Frenzel am Mittwoch auf der Hauptversammlung der Preussag erklärte. Ende Mai hatte der Rückstand noch 7,9 Prozent betragen. "Wir haben in den letzten vier Wochen weiter aufgeholt, sehen allerdings nach wie vor nicht die Chance, an das Vorjahr anzuknüpfen", erklärte Frenzel.

Nach Angaben von Frenzel ist vor allem im deutschen Reisemarkt die Lage mit einem Rückgang von 12,4 Prozent schlecht. Allerdings gewinne Preussag Marktanteile in Höhe von einem Prozent. Insgesamt erwartet Frenzel aber auch im Heimatmarkt noch eine Erholung und einen Rückgang im Sommer von insgesamt nur acht Prozent. Dagegen lägen die Buchungen in Belgien und Holland um 2,8 Prozent über dem Vorjahr. In Großbritannien beträgt der Rückstand laut Frenzel 3,4 Prozent, in den nordischen Ländern elf Prozent.

Namensänderung im Mittelpunkt

Zusammen mit einem Sparpaket in Höhe von 160 Millionen Euro und Kürzungen von 2.200 Stellen rechnet Frenzel damit, im Ergebnis "den Rückgang auf ein erträgliches Nivea zu begrenzen".

Im Mittelpunkt der Hauptversammlung steht die Umbenennung der Preussag in TUI AG. Mit der Namensänderung von Preussag AG in TUI AG soll der grundlegenden Änderung des Geschäftes Rechnung getragen werden, dass in den letzten Jahren immer stärker vom Tourismus geprägt wurde.

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