Hauptversammlung
Rheinmetall erhält weniger Rüstungsaufträge

Der Mischkonzern führt das Minus darauf zurück, dass Kunden ihre Bestellungen aufgeschoben haben.

vwd BERLIN. Die Rheinmetall AG, Düsseldorf, hat im Monat Mai einen Einbruch im Rüstungsgeschäft erlitten. Wie der Mischkonzern am Donnerstag zur Hauptversammlung in Berlin mitteilte, gingen Auftragseingang und Auftragsbestand auf Konzernebene in den ersten fünf Monaten ausschließlich wegen der Entwicklung in der Wehrtechnik um acht bzw. vier Prozent zurück, während nach vier Monaten noch sechs Prozent Plus bzw. Stagnation vermeldet worden waren. Die Umsätze bei Defence wie im gesamten Konzern lagen indes über Vorjahr. Allerdings ist gegenüber den Viermonatszahlen auf gesamter Linie eine nachlassende Wachstumsdynamik zu erkennen.

Der Vorstandsvorsitzende Klaus Eberhardt betonte vor der Presse, er sei wegen der Auftragslage, die er auf Orderverschiebungen zurückführte, nicht besorgt. Außerdem sei der Auftragseingang im Vergleichzeitraum des Vorjahres außerordentlich hoch gewesen. Rheinmetall rechne in der Wehrtechnik noch mit Auträgen in dreistelliger Millionenhöhe auf Euro-Basis. Eberhardt appellierte erneut eindringlich an die Bundesregierung, den Verteidigungshaushalt für dieses Jahr freizugeben und damit die Vergabe neuer Order zu ermöglichen: "Wir verlassen uns auf das Wort des Bundeskanzlers." Er rechne mit Entscheidungen noch vor der parlamentarischen Sommerpause.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Eberhardt seine Progosen: Erwartet wird ein Umsatzplus um vier Prozent auf 4,49 Mrd Euro, während der Auftragseingang um sieben Prozent auf 4,56 Mrd Euro und der Auftragsbestand um fünf Prozent auf 3,89 Mrd Euro zulegen sollen. Das Ergebnis vor Steuern soll ebenfalls weiter steigen, doch wollte sich Eberhardt hier erneut nicht auf konkrete Aussagen festlegen. Der Grad des Wachstums hänge neben der Auftragsvergabe der Bundeswehr auch davon ab, dass die Automobilkonjunktur in den USA keine weiteren Einbrüche verzeichne.

Insgesamt weisen die Fünfmonatszahlen gegenüber Januar bis April ein schwächeres Wachstum auf. Der Konzernumsatz nahm nur noch um sieben Prozent auf 1,639 Mrd Euro zu, nachdem in den ersten vier Monaten noch eine Steigerung von elf Prozent auf 1,285 Mrd Euro verzeichnet worden war. Automotive wuchs bei gedrosselter US-Konjunktur um vier (fünf), Electronics um 15 (21) und Defence um sieben (zwölf) Prozent. Eberhardt bekräftigte erneut, dass alle drei Bereiche zum Kerngeschäft gehörten. Er sieht sich mit Vorstellungen des neuen Großaktionärs Guy Wyser-Pratte aus den USA konfrontiert, der für eine stärkere Fokussierung vornehmlich auf die Wehrtechnik eintritt und diese Position auf der Hauptversammlung vortragen will.

An die Adresse des Amerikaners gerichtet sagte Eberhardt vor Journalisten, es sei Aufgabe des Vorstandes, das Unternehmen nach vorne zu bringen. Er sei überzeugt, alle drei Kerngeschäftsfelder weiter entwickeln zu können. Möglich sei Schaffung von Shareholder Value bei "ausgewogener Risikodiversifizierung". Die Argumentation, wie sie von Wyser-Pratte und Analystenseite vertreten wird, dass auf Rheinmetall an der Börse ein Konglomeratsabschlag laste und die Summe der Teile mehr wert sei als das gesamte Unternehmen, könne er "nicht bestätigen", unterstrich Eberhardt.



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