Hauptversammlung segnet Börsengang ab – Interesse ist groß
Aktie der Deutschen Börse AG soll maximal 350 Euro kosten

Die am Börsengang der Deutschen Börse beteiligten Banken wollen den Bewertungsrahmen für die Aktien nicht voll ausreizen. Vor Beginn der Zeichnungsfrist stößt die Emission bei den Großanlegern offenbar auf gute Resonanz. Eine erfolgreiche Emission könnte das Klima für Neuemissionen insgesamt verbessern.

mm/pot/rob FRANKFURT/M. Die Aktien der Deutschen Börse AG sollen beim Börsengang des Unternehmens am 5. Februar maximal 350 Euro kosten. Diese Auffassung vertreten nach Informationen des Handelsblatts die Konsortialbanken. Ein Kurs von 350 Euro entspräche einer Bewertung der Gesellschaft von 3,6 Mrd. Euro. In ihren Emissionsstudien schätzen die Banken den maximalen Wert der Börse auf mehr als 4 Mrd. .

Finanzkreise berichten von regem Interesse der Anleger an der Börsen-Aktie. Die so genannte Vorvermarktung, bei der Banken den Investoren das Unternehmen vorstellen und deren Preisvorstellungen testen, ist weitgehend abgeschlossen. Das Bookbuilding soll am Dienstag anlaufen. In ersten Schätzungen hoffen Konsortialkreise auf eine echte zwei bis dreifache Überzeichnung der Aktien.

Hinsichtlich der Preisbildung heißt es in Konsortialkreisen, die Börse wolle ihre Aktien weder "verramschen", noch den Kurs bis ins letzte ausreizen. Der Platzierung sei von besonderer Bedeutung, da die Emission als erster großer Börsengang des Jahres das Klima für Neuemissionen generell beeinflussen könne. Nach dem Absturz des Neuen Marktes ist die Stimmung gegenüber Börsendebüttanten sehr schlecht. Viele Platzierungen wurden abgesagt. Mit einem moderaten Preis, der Spielraum für Kurssteigerungen lässt, könnte die Börse das Interesse für neue Papiere wieder ankurbeln. Die Konsortialbanken ziehen Parallelen zu der Platzierung von T-Online im vergangenen April. Die Internet-Tochter der Deutschen Telekom wurde wegen des schon damals wackeligen Börsenklimas recht günstig gepreist und bescherte den Anlegern - zumindest anfangs - deutliche Kursgewinne. Gegen den Versuch, den Ausgabepreis voll auszureizen, spricht nach Ansicht von Konsortialkreisen auch, dass die Börse zu einem späteren Zeitpunkt weitere Aktien platzieren werde, da sie sich immer stärker zu einem Technologiekonzern mit entsprechend großem Kapitalbedarf wandele.

Die Aktionäre der Börse haben gestern erwartungsgemäß grünes Licht für das Going Public gegeben. Die für die Platzierung erforderliche Kapitalerhöhung um 2,9 Mill. neue Aktien wurde ohne jede Diskussion mit nur zehn Gegenstimmen bei insgesamt über sieben Millionen Stimmen angenommen. Der Börsengang sei eben ein "überzeugender Vorschlag", kommentierte Rolf E. Breuer, Vorstandschef der Deutschen Bank und zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der Börse.

Börsenchef Werner G. Seifert verteidigte vor den Aktionären die Eile, mit der der Börsengang durchgeführt wird. Laut Seifert ist ein rascher Börsengang sinnvoll, um die dadurch gewonnene "strategische und finanzielle Flexibilität" möglichst schnell einzusetzten. Außerdem sei es vorteilhaft, noch vor dem Konkurrenten Euronext an die Börse zu gehen. Er spricht von einem "First-Mover-Advantage". Euronext, der Zusammenschluss der Börsen Paris, Brüssel und London, will im Mai an die Börse gehen.

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