Hauptversammlung stimmt weiterem Aktienrückkauf zu: Schering warnt vor negativem Einfluss der Dollarschwäche

Hauptversammlung stimmt weiterem Aktienrückkauf zu
Schering warnt vor negativem Einfluss der Dollarschwäche

Währungsschwankungen belasten den Umsatz der Schering AG auch in diesem Jahr. Das sagte Klaus Pohle, der aus Altersgründen scheidende Finanzvorstand des Berliner Pharmakonzerns, auf der Hauptversammlung. Niemand solle überrascht sein, wenn sich der Umsatz im ersten Quartal 2003 erheblich anders darstelle als ohne Berücksichtigung der Wechselkurse.

va BERLIN. Die Quartalszahlen wird Pohles Nachfolger Jörg Spiekerkötter am 30. April kommentieren. Das Jahr 2002 hatte das Unternehmen mit einem Rekordumsatz von rund fünf Mrd. Euro und einem Rekordgewinn von 867 Mill. Euro beendet.

Schon im vergangenen Jahr hatten Währungseffekte den Umsatz belastet. Der Konzern erwirtschaftet 90 % seines Erlöses im Ausland, vor allem in den USA und Japan, und ist daher Währungsrisiken wie der momentanen Dollarschwäche ausgesetzt - zumal er in Euro bilanziert. Andreas Theisen von der WestLB Panmure sagte dem Handelsblatt, er erwarte dass der in Euro umgerechnete Umsatz im ersten Quartal zurückgehen wird.

Theisen wies aber darauf hin, dass Schering ein Großteil der Währungsrisiken durch Kurssicherungsgeschäfte abfange. Darum werde das Ergebnis in dem Zeitraum trotzdem leicht steigen. "Positiv und letztlich entscheidend ist, dass der Absatz vieler Schering-Produkte auf den Märkten steigt", sagte Theisen. Die Investmentbank UBS Warburg hat die Aktie von "Buy" auf "Neutral" herabgestuft. Begründung: Der Kurs sei zuletzt gestiegen und habe jetzt einen fairen Wert erreicht. Am Donnerstag notierten Schering-Aktien bei rund 40 Euro.

Aktionärsvertreter monierten auf der Hauptversammlung den im Jahresvergleich immer noch niedrigen Kurs, angesichts dessen man sich über die viel gepriesene "Perle" Schering wundern müsse. Gleichwohl lobten sie die solide und transparente Konzernpolitik. Dem Rückkauf weiterer Aktien stimmten 98 % der Aktionäre zu.

Ein Hoffnungsträger von Schering bleibt die Antibabypille Yasmin. Pohle sagte, möglicherweise steige das Produkt 2003 zum drittstärksten Produkt des Konzernportfolios auf. Bisher belegt die Pille mit einem Umsatz von 152 Mill. Euro Platz sechs. Auf Platz eins liegt das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon mit 783 Mill. Euro Umsatz.

Ein Grund für den niedrigen Kurs sind Scherings Probleme, das Hormonpräparat Angeliq auf dem für den Konzern wichtigsten Zukunftsmarkt USA zuzulassen. Forschungsvorstand Günter Stock sagte, die Gespräche mit der US-Zulassungsbehörde FDA könnten im nächsten Jahr beendet werden. Denn die FDA zweifele nicht an Hormonersatztherapien. Sie plädiere nur für niedrige Dosierungen.

Quelle: Handelsblatt

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