Hauptversammlung
Telegate-Aktionäre hoffen auf einen Lichtblick

Einzelheiten zur weiteren Strategie erhoffen sich die Aktionäre der zweitgrößten deutschen Telefonauskunft Telegate AG von der Hauptversammlung am Freitag (10.00 Uhr) in München

ddp-vwd. MÜNCHEN. . Immerhin hatte der Vorstand nach dem Gewinneinbruch im ersten Quartal eine "deutliche Steigerung" der Anruferzahl durch Produkterweiterungen und strategische Kooperationen angekündigt. Einen ersten Hinweis auf das künftige Vorgehen erhielten die Aktionäre in der vergangenen Woche. Da teilte Telegate mit, dass es mit AOL Deutschland einen neuen Großkunden gewonnen habe. Internet-Surfer, die sich erstmals bei dem Onlinedienst registrieren lassen möchten, werden von Call-Centern der Telefonauskunft bedient.

Der 1996 gegründete Dienstleister ist nach dem Gang an den Neuen Markt der Frankfurter Börse 1999 vor allem durch seine frisch-fröhliche Werbung mit Verona Feldbusch und ihrem Spruch "Hier werden Sie geholfen" bekannt geworden. Etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland erfragen täglich unter der Telefonnummer 11880 Adressen sowie Telefon- und Faxnummern.



Damit erreicht das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Marktanteil von 23 Prozent und ist nach der Deutschen Telekom die Nr. 2 in der Bundesrepublik. Mittlerweile beschäftigt es in 14 Call-Centern in Deutschland, Italien, Spanien und den USA rund 4.000 Mitarbeiter.



Allerdings erforderte die Expansion erhebliche Investitionen, so dass Telegate im vergangenen Jahr in die roten Zahlen rutschte. Der Verlust belief sich auf knapp 19 Millionen DM nach einem Gewinn von 4 Millionen DM im Jahr zuvor. Beim Umsatz legte das Unternehmen zwar um 46 Prozent auf 255 Millionen DM zu, doch blieb es damit deutlich unter den bereits zurückgenommenen eigenen Erwartungen. Im ersten Quartal dieses Jahres schwächte sich das Wachstumstempo noch mehr ab. Der Umsatz stieg gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum nur noch um knapp zehn Prozent auf 68 Millionen DM, und das Nachsteuerergebnis erreichte mit einem Verlust von 15 Millionen DM fast das Ausmaß des gesamten vergangenen Jahres.



Der Aktienkurs von Telegate spiegelt die Aufbruchphase und den Absturz in die roten Zahlen wider, verstärkt noch durch die allgemeine Schwäche der Telekommunikationsbranche. Er erreichte im elektronischen Handel Mitte März vergangenen Jahres mit 166,50 Euro schwindelerregende Höhen im Vergleich mit dem Tiefststand am Mittwoch von 9,99 Euro. Allein seit Mitte Januar hat das Papier 90 Prozent seines Wertes verloren.

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