Hauptversammlung verschoben
Mannheimer hofft auf Kapitalspritze

Der angeschlagene Versicherer Mannheimer AG Holding will seine Finanzprobleme über eine Kapitalerhöhung mit Hilfe seiner Großaktionäre lösen. Das Rettungspaket muss aber erst noch geschnürt werden.

Reuters MANNHEIM. Die Mannheimer verschob am Mittwoch deshalb ihre für den 24. Juni geplante Hauptversammlung auf August. "Grund dafür ist der laufende Abstimmungsprozess über die Modalitäten der beabsichtigten Kapitalerhöhung", teilte das Unternehmen mit. "Wir wollen ein Konzept vorlegen, das wasserdicht ist", erklärte ein Sprecher dazu. "Das braucht aber noch Zeit." Ein Verkauf, den Vorstandschef Hans Schreiber angesichts der finanziellen Probleme ebenfalls geprüft hatte, trete damit vorerst in den Hintergrund, hieß es.

Die Großaktionäre der Mannheimer, allen voran die Münchener Rück, die zehn Prozent hält, und die österreichische Uniqa (13 %) hatten zuvor ihre Bereitschaft signalisiert, dem mit einer riskanten Aktien-Anlagepolitik im Lebensversicherungsgeschäft tief in die roten Zahlen geratenen Versicherer finanziell unter die Arme greifen zu wollen. Sie hatten dafür aber ein schlüssiges Sanierungskonzept gefordert. Ähnlich hatte sich auch die mit fünf Prozent beteiligte W&W-Gruppe geäußert. Insgesamt liegen 40 % der Anteile bei verschiedenen Versicherern.

Die Mannheimer hatte in der Börsenflaute weiter auf Aktien gesetzt, um ihre Überschussbeteiligung hoch halten zu können, und damit im vergangenen Jahr 230 Mill. ? stille Lasten angesammelt. Mindestens in dieser Größenordnung muss sich eine Kapitalerhöhung bewegen. Reuters hatte bereits Ende April aus mit der Situation vertrauten Kreisen erfahren, dass sich eine Kapitalspritze durch die derzeitigen Anteilseigner abzeichne.

Die Münchener Rück erwägt demnach auch einen Einstieg ihrer Tochter Karlsruher Versicherung bei dem badischen Nachbarn. Das würde der Mannheimer ermöglichen, ihr zum Erliegen gekommenes Kapital-Lebensversicherungsgeschäft doch noch fortzusetzen. Sie hatte die Überschuss-Beteiligung auf die Policen für 2003 auf den Mindestsatz von 3,25 bis vier Prozent gesenkt.

Die im Kleinwerte-Index SDax notierte Mannheimer-Aktie gab am Mittwochmorgen um 2,3 % auf 8,35 ? nach.

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