Haus seit fünf Jahren nicht bewohnt
Haus des früheren Serben-Anführers Karadzic durchsucht

Soldaten der Bosnien-Schutztruppe SFOR sind am Dienstagmorgen in das Haus des wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen gesuchten früheren Anführers der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, eingedrungen.

rtr PALE. Eine Wache am Haus im bosnischen Pale sagte der Nachrichtenagentur Reuters, französische Soldaten der von der NATO geführten Schutztruppe hätten das Haus durchsucht. Sie hätten angegeben, nach Waffen zu suchen. Pale liegt auf einem Berg oberhalb Sarajevos und war die Hauptstadt der von Karadzic geführten, abgespaltenen bosnischen Serben-Republik. Den Angaben des Wachpostens zufolge wurde das Haus etwa seit fünf Jahren nicht mehr bewohnt.

Karadzics Frau Ljiljana Zelen-Karadzic kam etwa eine Stunde nach der Militäraktion, um sich den Schaden anzusehen. Dem Belgrader Rundfunksender B-92 sagte sie, die Aktion sei ein Versuch, die Familie einzuschüchtern. Ihr Mann halte sich in dem Haus weder unter einer Decke noch hinter Bildern versteckt. Dem Rundfunkbericht zufolge wurden Gartentor und Eingangstür zerstört. Das Haus sei in völligem Chaos hinterlassen worden. Selbst Bilder an den Wänden seien zerstört worden. Einige Video-Bänder hätten die Soldaten mitgenommen, berichtete der Rundfunkreporter vom Ort des Geschehens. Die SFOR gab zunächst keine Stellungnahme ab. SFOR-Truppen hatten zuletzt im März dieses Jahres versucht, Karadzic, der sich seit fünf Jahren auf der Flucht befindet, im Osten Bosniens zu stellen. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat gegen den 56-jährigen Karadzic Anklage wegen Völkermordes im Bosnien-Krieg (1992-95) erhoben.

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