Hausarzt als „Lotse durch das Gesundheitssystem“
Kassen legen eigenes Reformkonzept vor

Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben am Mittwochabend in Berlin ein eigenes Sparkonzept vorgelegt. Damit soll die vertragsärztliche Gebührenordnung neu geregelt werden, teilte die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Krankenkassen mit.

ddp BERLIN. Das Reformkonzept sieht vor, die Rolle des Hausarztes als "Lotse durch das Gesundheitssystem" zu stärken, die Leistungen von Haus- und Fachärzten besser zu koordinieren und teure Medizintechnik künftig vor allem durch Praxisgemeinschaften besser zu nutzen. Ziel sei eine bessere Qualität der Patientenversorgung und mehr Leistungsgerechtigkeit. Zuvor hatte bereits die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) einen Reformvorschlag unterbreitet.

Die Spitzenverbände der gesetzlichen Kassen wollen den Hausarzt durch die Einführung einer Strukturpauschale stärken. Diese solle der Hausarzt künftig zusätzlich zu seiner Grundvergütung für jeden Versicherten erhalten. Zudem solle die für den Patienten nachteilige Konkurrenz zwischen Haus- und Fachärzten um bestimmte Behandlungen durch eine klare Strukturierung der Versorgungsaufträge beseitigt werden.

Der Kassenentwurf sieht auch eine Neubewertung der technischen Leistungen vor. Diese sollen künftig für Ärzte nur noch bei Spezialisierung wirtschaftlich interessant sein. Der Vorschlag enthält den Angaben zufolge auch Leistungskomplexe, die die Behandlung und Betreuung von Patienten mit chronischen Erkrankungen regeln und vergüten.

Diese Regelungen sollen im Interesse der Ärzte und Patienten vor einer bundesweiten Einführung regional getestet werden. Diese Testphase sei unverzichtbar, da das Verhalten der Ärzte unter den neuen Bedingungen nicht präzise vorhersehbar sei, hieß es.

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