"Hausaufgaben machen": Geplante Werftenfusion von Thyssen-Krupp und Babcock stockt

"Hausaufgaben machen"
Geplante Werftenfusion von Thyssen-Krupp und Babcock stockt

Der Thyssen-Krupp-Konzern und die Babcock-Borsig AG sind in den Gesprächen über die geplante Fusion ihrer Marinewerften nach den Worten eines Babcock-Sprechers auf "Stolpersteine" gestoßen und haben sich deshalb eine "Denkpause" verordnet. Es seien Stolpersteine aufgetaucht, die ausgeräumt werden müssten, sagte der Sprecher am Montag auf Anfrage.

Reuters DÜSSELDORF. Ein generelles Interesse an einer Zusammenarbeit bestehe aber weiter. Ein Sprecher der ThyssenKrupp-Tochter ThyssenKrupp Technologies sagte: "Wir wollen die Werftenfusion." Aus seiner Sicht betreffe die Denkpause nur die Gespräche über die Ausgestaltung der weiteren Zusammenarbeit und nicht die Verhandlungen über die Fusion. "Wir wollen das zu einem guten Ende führen", sagte er.

Die Fusionsgespräche zum auch von der Bundesregierung angestrebten Verbund der norddeutschen Marinewerften beider Konzerne seien in Zeitverzug geraten, räumten beide Sprecher ein. Die beiden Konzerne hatten im vergangenen April mitgeteilt, im Werftengeschäft kooperieren und die Zusammenarbeit über eine Überkreuzbeteiligung festigen zu wollen. Dabei soll sich die Thyssen-Krupp Thyssen-Krupp-Tocher Technologies an Babcocks Howaldswerke Deutsche Werft AG (HDW) beteiligen und Babcock Anteile an der Thyssen-Krupp Werften GmbH erwerben.

Der Fahrplan für die Überkreuzbeteiligungen, die in drei Schritten von 7,5 % über 15 % bis 49 % aufgestockt werden sollten, konnte aber beiden Sprechern zufolge nicht eingehalten werden. Ursprünglich war geplant, die erste Stufe zum 30. September 2001 umzusetzen. Das "Handelsblatt" hatte am Montag berichtet, der Fusion drohe nun das Aus. Die Fusionsgespräche seien abgebrochen worden. Der Sprecher der Thyssen-Krupp-Technologies sagte dazu, an den Plänen für die Überkreuzbeteiligung solle festgehalten werden.

Der Babcock-Borsig-Sprecher sagte, es komme nun darauf an, dass alle Beteiligten ihre "Hausaufgaben" machten. Mit Blick auf den Verlauf der Gespräche fügte er hinzu: "Die Atmosphäre war sicherlich schon besser." Er kritisierte, dass Thyssen-Krupp bereits besprochene Synergieeffekte nicht realisiert habe. Beide Partner kooperierten aber schon seit Jahrzehnten, sagte er weiter. "Wir wollen das fortsetzen." Zu Fahrplänen für weitere Gespräche und der Umsetzung der Beteiligungsvereinbarungen wollten sich beide Sprecher nicht äußern.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte die deutschen Rüstungskonzerne zur Zusammenarbeit aufgefordert. Thyssen-Krupp und Babcock hatten daraufhin erklärt, sie legten mit den Plänen den Grundstein für eine "europäische Werftenlösung".

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