Hausgeräte-Konzern plant Stellenabbau
Electrolux startet Fitnessprogramm für Europa

Der schwedische Electrolux-Konzern leidet in Europa unter sinkenden Gewinnen. Der seit knapp einem Jahr amtierende Europa-Chef Wolfgang König soll die Renditen verbessern.

HB FRANKFURT. Wolfgang König hat bei Electrolux eine klare Aufgabe: Er soll den Gewinn der Hausgeräte-Sparte in Europa steigern. Da gibt es allerhand zu tun. So steigerte der schwedische Hausgeräte-Spezialist, der sich mit Whirlpool um die weltweite Marktführerschaft streitet, die Umsatz-Rendite im Konzern im vergangenen Jahr von 6,1 auf 6,5 %. Dagegen musste der Kernbereich in Europa mit den Marken Electrolux, AEG und Zanussi einen Rückgang der Rendite von 5,7 auf 5,1 % hinnehmen.

Dieses Ertragsproblem war einer der Gründe, weshalb der frühere Vorstand von Quelle, Kaufhof und Kodak seit Juli 2000 die Leitung des Hausgerätebereichs für alle Regionen außerhalb Nordamerikas übernommen hat. "Die Rendite entsprach nicht den Erwartungen", betont König im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Wir wollen das Ergebnis künftig zweistellig steigern und schneller als der Markt wachsen", gibt er die Marschrichtung vor.

Dafür will er die Gemeinkosten pro Jahr um 1 bis 2 % drücken. 700 bis 1 000 der rund 28 000 Stellen in Europa werden wegfallen. "Wir brauchen in Europa keine 25 Ländergesellschaften", sagt König. Sie wurden bereits zu sieben Einheiten zusammen gefasst. Doch dies ist nur ein Zwischenschritt.

Nachholbedarf in Osteuropa

Die Produktionskosten will Electrolux durch vermehrten Einsatz von gemeinsamen Plattformen für die verschiedenen Modelle senken. Auch die Marktversorgung soll sich bessern. "Wir hätten im vergangenen Jahr 150 000 Waschmaschinen mehr verkaufen können, wenn wir im Herbst die richtigen Modelle gehabt hätten." Jetzt wird die Organisation umgestellt. In der regionalen Präsenz will Köhler ebenfalls einiges tun. In Europa sieht sich Electrolux mit einem Marktanteil von 16,8 % knapp vor Bosch-Siemens in Front, doch in Osteuropa habe Electrolux noch Nachholbedarf und liege lediglich auf dem dritten Platz.

Die Wettbewerber, allen voran Bosch-Siemens, haben sich bereits früher dort engagiert und lokale Marken gekauft oder Werke gebaut. Doch Electrolux hat aufgeholt und verfügt über Werke in Ungarn, Rumänien und Polen. In Russland ist eine eigene Fertigung geplant. Zur Zeit erzielen die Schweden 10 % ihres Umsatzes in Osteuropa, in fünf Jahren will Köhler dies verdoppeln. Auch über eine stärkere Präsenz in der Türkei denkt Köhler nach, obwohl der Markt dort zur Zeit wegen der aktuellen Wirtschaftskrise mit Einbußen von bis zu 50 % sehr schwach ist. "Wir verhandeln", betont Köhler. Ende des Jahres könne ein Abschluss möglich sein. Auf Grund der Schwäche der türkischen Lira sei der Einstieg jetzt sehr günstig zu haben.

Neue Markenstrategie

Mit dem Marketing ist Köhler noch nicht zufrieden. "Wir wollen näher an den Kunden heran", betont der Manager. Bisher sei Electrolux zu sehr von der Technik dominiert. Eine Studie soll bis zum Herbst Aufschluss über die Konsumgewohnheiten in Europa geben. Bisher verhindern unterschiedliche Vorstellungen der Verbraucher vor allem bei Herden und Waschmaschinen eine einheitlichere Fertigung. Die Ergebnisse sollen in eine neue Markenstrategie einfließen.

Mit dem ersten Halbjahr 2001 ist König zufrieden. "Wir liegen ganz gut im Vergleich zur Konkurrenz." Der Markt werde wegen der Konsumschwäche schwieriger, Köhler rechnet in Europa nur noch mit einem Plus von 1 % nach 3 % im Vorjahr. "Doch wir sind in den ersten sechs Monaten um 4 % gewachsen." Auch die Rendite habe sich auf 5,5 % verbessert. Aber vom Ziel 8 % ist er noch einiges entfernt.

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