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Haushaltsgeräte-Unternehmer Rudolf Miele ist tot

Der deutsche Unternehmer-Pionier Rudolf Miele ist nach kurzer und schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren gestorben. Das teilte ein Firmensprecher am Donnerstag in Gütersloh mit.

dpa GÜTERSLOH. Der deutsche Unternehmer-Pionier Rudolf Miele ist nach kurzer und schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren gestorben. Das teilte ein Firmensprecher am Donnerstag in Gütersloh mit.

Miele war seit 1953 in der Firmenleitung tätig und seit 1960 geschäftsführender Gesellschafter des 1899 gegründeten Traditionsunternehmens. Die Firma Miele ist einer der führenden europäischen Hersteller von Haushaltsgeräten. Das Unternehmen ist im Besitz der Familien Miele und Zinkann.

Rudolf Miele kümmerte sich um den Aufbau des Vertriebsnetzes und sorgte dafür, dass 1970 in ganz Europa und seit den 80er Jahren auch in Übersee Miele-Waschmaschinen liefen. Weltweit verkaufen die Gütersloher nach eigenen Angaben knapp 700 000 Waschmaschinen und eine halbe Million Geschirrspülautomaten jährlich.

Miele unterhält in 34 Ländern eigene Gesellschaften und beschäftigt rund 15 000 Menschen. Der Jahresumsatz der Miele-Gruppe im Geschäftsjahr 2003/2004 (30.06.) belief sich auf 2,15 Mrd. ? mit einem Auslandsanteil von fast 70 %. Während das Unternehmen im Ausland Umsatzzuwächse verbucht, macht die Kaufzurückhaltung in Deutschland den Güterslohern zu schaffen.

Rudolf Miele, Enkel des Firmengründers Carl Miele (1869-1938), wollte sich zu seinem 75. Geburtstag im kommenden November ebenso wie sein Geschäftspartner Peter Zinkann aus dem operativen Geschäft weitgehend zurückziehen. Die Verantwortung wird dann an die Söhne Markus Miele und Reinhard Zinkann und damit auf die vierte Generation übertragen.

Westfälische Eigenschaften wie Fleiß und Zielstrebigkeit prägten ihn ganz besonders. Der Unternehmer führte den Haushaltsgerätehersteller Miele & Cie. Gmbh & Co. aus Gütersloh bereits in der dritten Generation. In der Geschäftsführung war der Enkel des Firmengründers Carl Miele (1869 bis 1938) für den kaufmännischen Bereich und den Absatz verantwortlich.

Alle wirtschaftlichen Erfolge des traditionsreichen Familienunternehmens, nach eigenen Angaben haben den Charakter des Westfalen niemals verändert: Seine Einfachheit, Freundlichkeit und sein Charme machten Miele zu einem beliebten Gesprächspartner für jedermann - vom schlichten Mitarbeiter in der Gießerei bis zum Manager auf höchsten Ebenen.

Die berufliche Karriere Mieles begann 1953, als der damals 24- Jährige in die Geschäftsleitung des Unternehmens eintrat. 1960 wurde er geschäftsführender Gesellschafter. Unter seiner Führung nahm der westfälische Haushaltsgerätehersteller einen enormen Aufschwung. Von 1960 bis 2003 kletterte der Umsatz von rund 100 Mill. ? auf 2,15 Mrd. ?. Weltweit beschäftigt der Konzern nach eigenen Angaben knapp 15 000 Menschen.

Die Verbundenheit mit der Region drückte sich auch darin aus, dass alle Produktionsstätten im Westfälischen angesiedelt sind. Ein Börsengang des Unternehmens kam für Miele nie in Frage. Erst vor wenigen Monaten hatte er die Nachfolge geregelt: Im November dieses Jahres sollen Sohn Markus und der Sohn des Mitgesellschafters Peter Zinkann, Reinhard, die operativen Geschäfte übernehmen.

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