Hauskäufer können von Riester-Förderung profitieren
Riester - Lieblingsfeind der Bauspar-Manager

Die Bausparkassen schlagen auf die neue Riester-Förderung ein. Dabei können Hauskäufer kräftig von ihr profitieren. Mit Polemik und dreifacher Falschinformation wehren sich Bauspar-Funktionäre gegen die neue Konkurrenz von Riesters "Entnahme-Modell".

DÜSSELDORF. Deutschlands Bauspar-Manager haben einen neuen Lieblingsfeind: Walter Riester. Für sie ist der Sozialminister gleich doppelt unsozial. Erstens besitzt er die Frechheit, sein neues Rentensparen weit höher zu subventionieren als Kollege Bodewig das Bausparen. Und zweitens dürfen Häuslebauer und Wohnungskäufer auch mit dem hoch subventionierten Geld aus dem Riester-Topf eine Immobilie finanzieren - vorausgesetzt, es liegen mindestens 10000 Euro darin, und sie ziehen selbst ins gekaufte Haus ein.

Mit Polemik und dreifacher Falschinformation wehren sich Bauspar-Funktionäre gegen die neue Konkurrenz von Riesters "Entnahme-Modell". Das Pikante dabei: Sie unterstellen Riester genau die Schwächen, die das Bausparen selbst hat.

Falschinformation 1, von Wüstenrot-Chef Rolf Kornemann: "Fachleute haben erkannt, dass das Entnahme-Modell frühestens in 20 Jahren zum Tragen kommt." Tatsächlich aber springt eine vierköpfige Familie, die Riesters Maximalbeiträge spart, schon nach sechs Jahren über die 10 000-Euro-Schwelle. Nun mag man sechs Jahre als lang bezeichnen, aber die meisten Bausparer brauchen auch acht, bis sie finanzierungsreif sind.

Falschinformation 2, vom Bauspar-Verbandschef Andreas Zehnder: "Entnommene Riester-Mittel werden von den Banken nicht als Eigenkapital anerkannt." Doch, entgegnet Achim Reif vom Verband der Hypothekenbanken: "Natürlich rechnen wir das voll als Eigenkapital an." Und das Kapital ist stattlich: Nach acht Jahren hat die Riester-Familie mehr als 22000 Euro zusammen (siehe Modellrechnung unten). Bauspar-Füchse mit ihrem Subventionsnachteil bringen es dagegen auf nicht einmal 14 000 Euro.

Falschinformation 3, aus der Kundenzeitung von Schwäbisch Hall: "Auf die Bauherren kommt in der Finanzierungsphase eine Dreifach-Belastung zu." Es stimmt zwar: Sie müssen ihren Kredit tilgen, müssen das Geld, das sie aus dem Riester-Topf entnommen haben, bis zur Rente Stück für Stück zurückzahlen und sollen dort zudem neues Geld einlegen. Dafür sinkt ihre Belastung an anderer Stelle: Weil sie mehr Eigenkapital einbringen konnten, brauchen sie weniger Kredit. Ihre Monatsrate ist nicht höher, sondern eher niedriger als bei einer konventionellen Finanzierung.

Und beim Thema "Hohe Belastung" sollten gerade die Bausparkassen nicht leichtfertig auf andere schimpfen: Weil sie selbst höchste Tilgungsraten verlangen, sind Hauskäufer bei keiner anderen Finanzierung so gefordert wie bei ihrer. Die Einfach-Belastung von Bausparern kann höher sein als die Dreifach-Belastung bei Riester.

Dabei gäbe es eine Doppelstrategie für Klein- und Mittelverdiener, die Bausparkassen wie Hauskäufern hilft: Mit Riester ein Heim anpeilen und daneben ein paar Euro Bauspar-Subventionen mitnehmen. Wie vernünftig das sein kann, hat sich übrigens bei einzelnen Bausparkassen doch herumgesprochen. "Bei zusätzlicher Entnahme des Riester-Guthabens kann der Musterhaushalt fünf Jahre früher mit dem Immobilienerwerb starten", heißt es auf einem Info-Chart der LBS Nord.

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