"Hausse ist nicht tot"
Dax gefällt den technischen Analysten jetzt besser

Zahlreiche Experten rechnen mit steigenden Kursen.

vwd FRANKFURT. Das charttechnische Bild des Dax hellt sich weiter auf. Das ergab eine vwd Umfrage unter technischen Analysten. So rechnen nun Holger Struck von M.M. Warburg, Klaus Tafferner von Concord Effekten und Eckhard Pflieger von der WestLB mit steigenden Aktienkursen. Nur Udo Bonn, Analyst bei der OKW GmbH, rechnet bei den deutschen Standardwerten mit einer Fortdauer der Korrektur. Umgekehrt ist dagegen das Bild am Neuen Markt: Hier kommen drei der befragten Beobachter zu negativen Analyseergebnissen, vor allem, weil sich hier immer noch keine Bodenbildung abzeichnet. Lediglich Eckhard Pflieger rechnet auf Grund von freundlicheren Indikatoren mit einer Stabilisierung im Nemax-50.

Nach Ansicht von Udo Bonn erlebt der Dax derzeit nur eine kurzfristige Erholung. Diese dürfte maximal bis zum Trading-Widerstand bei 7 250 Punkten andauern. "Das gröbste haben wir noch nicht hinter uns", so der Analyst. Die Erholung werde höchstens bis Ende der Woche andauern. Dann gehe es zügig auf den schrägen Widerstand bei 6 890 Zählern und weiter runter. Die Basisunterstützung bei 6 800 Zählern dürfte dann getestet und auch unterschritten werden. Sogar ein Fall bis auf den horizontalen Widerstand bei dem 98-er High von 6 225 Punkten sei nicht auszuschließen. "Trotz dieses negativen Szenarios ist die Hausse noch nicht tot", betont der Analyst. Derzeit stecke der Markt lediglich in einem saisonalen Rhythmus.

Holger Struck ist dagegen positiver gestimmt. Der Dax habe am Montag versucht, den kurzfristigen Abwärtstrend anzugreifen, nun notiere er etwas darüber. Nach oben sei jetzt Luft bis 7 387 Zählern, wo die flachere, vom All-Time-High kommende Abwärtstrendlinie verlaufe. Jedoch zeigten die Indikatoren noch keine krass überbewertete Situation an, so Struck. Daher dürfe nicht mit einem großen Move nach oben gerechnet werden. Nach unten bestehe allerdings keine Gefahr mehr. Die Tiefstände bei 6 954 und 7 007 Punkten müssten halten. "Die Candelsticks sehen positiv aus, und auch die Indikatoren zeigen langsam nach oben", so der Analyst weiter. Da sich die Marktbreite verbessere, bestünden gute Chance für eine Jahresendrally im dritten oder spätestens im vierten Quartal. Der Dax könne dann bis 8 136 Zähler laufen. Der Stoxx-50 dürften zum Jahresende sogar rund zehn Prozent über seinen Höchstständen notieren.

"Das Bild ist bullisher denn je", sagt Klaus Tafferner, und prognostiziert damit die positivste Stimmung der befragten Analysten. In den vergangenen Tagen habe der Dax eine leichte Korrektur in Folge des ersten Anlaufs an den mittelfristigen Abwärtstrend gestartet. Dennoch existierten sehr starke Hinweise darauf, dass es jetzt weiter aufwärts gehe, so Tafferner weiter. Grund dafür seien das gestiegene Volumen und die sehr gute Marktbreite. "Am Montag zeigte die Marktbreite auf dem FAZ-Index ein Hoch an, dass seit Mitte Juni nicht mehr gesehen wurde." Dies ist ein extrem selten zu beobachtendes, aber stark bullishes Phänomen, betont der Analyst.

Kurzfristig könne der Dax zwar noch unter die Marke von 7 000 Zählern fallen, spätestens dann gehe es aber wieder aufwärts. Der Druck auf die "New Economy" sei raus und die "Old Economy" gewinne wieder an Fahrt, so Tafferner weiter. Auch Eckhard Pflieger sieht für den Dax die Risiken nach unten auf 6 800 Punkte begrenzt. Ein Anstieg in Richtung 7 500 Zähler erscheine in den kommenden Tagen wahrscheinlicher, so der Analyst. Die Indikatoren deuteten eine Bodenbildung an. Sollte der Widerstand bei 7 500 Punkten nachhaltig überwunden werden, könne der Index schnell in Richtung der alten Highs laufen.

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