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Havarierter Alaska-Frachter verliert weiter Öl

Der vor den Aleuten-Inseln in Alaska in zwei Teile zerbrochenen Frachter „Selendang Ayu“ verliert weiter Öl.

dpa ANCHORAGE. Der vor den Aleuten-Inseln in Alaska in zwei Teile zerbrochenen Frachter "Selendang Ayu" verliert weiter Öl. Bei stürmischen Wetter sei es bis Montagabend nicht gelungen, Biologen und Einsatzteams entlang der unzugänglichen und bereits durch Öl verschmutzen Küste mit Booten abzusetzen, sagte Amy Thomas von der Küstenwache in Anchorage der dpa.

Mit Hilfe von schwimmenden Absperrungen, die in der stürmischen See ausgelegt wurden, soll der zähe Ölfilm von den Lachsreichen Strömungen fern gehalten werden. Die Verschmutzung bedroht den Lebensraum eines der spektakulärsten Naturreservate Alaskas.

"Wir kennen immer noch nicht das ganze Ausmaß der Katastrophe", sagte Bruce Woods von der Behörde U.S. Fisch and Wildlife Service. Aus einem der zerborstenen Tanks ist der gesamte Inhalt, rund 150 000 Liter Öl, ausgetreten. Auch der zweite Tank mit Schweröl sei undicht und verliere bereits Öl. Das rund 225 Meter lange Schiff sei in einem noch schlechteren Zustand als befürchtet. Das sagten Rettungsexperten am Montag der Tageszeitung "Anchorage Daily News" nach einer ersten Inspektion. Das Schiff hat rund 1,6 Mill. Liter Öl geladen. Am Donnerstag war das Schiff auseinander gebrochen.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) warnte am Montag vor den Folgen für viele seltene Tierarten und den Langzeitschäden. Die Unalaska-Insel rund 1 300 Kilometer südwestlich von Anchorage ist Heimat von Seelöwen, Seehunden, Ottern und vielen Seevogelarten sowie Wanderkorridor und Überwinterungsgebiet.

Schwere See mit bis zu elf Meter hohen Wellen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern haben die Bergung des Wracks und die Beseitigung des Ölfilms an der Küste bislang unmöglich gemacht. Die Aufstellung eines Havarieplanes kann noch Tage dauern. Nach einer leichten Wetterberuhigung am Montag wurde am Dienstag ein neuer Sturm erwartet.

Auf der "Selendang Ayu" war Anfang vergangener Woche die Stromversorgung zusammengebrochen. Das unter malaysischer Flagge fahrende Schiff befand sich auf dem Weg von Seattle nach China. In der Nacht zum Donnerstag lief der manövrierunfähige Frachter dann auf Grund und zerbrach in zwei Hälften. Beim Absturz eines Rettungshubschraubers kamen sechs Seeleute ums Leben.

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