Archiv
Havarierter Frachter vor Alaska bedroht Umwelt

Der bei den Aleuten vor Alaska havarierte Frachter „Selendang Ayu“ wird zu einer immer größeren Umweltbedrohung. Das rund 225 Meter lange Schiff sei in einem noch schlechteren Zustand als befürchtet.

dpa WASHINGTON/ANCHORAGE. Der bei den Aleuten vor Alaska havarierte Frachter "Selendang Ayu" wird zu einer immer größeren Umweltbedrohung. Das rund 225 Meter lange Schiff sei in einem noch schlechteren Zustand als befürchtet.

Das sagten Rettungsexperten am Montag der Tageszeitung "Anchorage Daily News" nach einer ersten Inspektion. Der Boden des auf Grund gelaufenen und am Donnerstag in zwei Hälften geborstenen Frachters drohe zu brechen. Der zähe Ölfilm bedroht den Lebensraum eines der spektakulärsten Naturreservate Alaskas.

Einer der Haupttanks sei aufgeschlitzt worden. Der zweite Tank mit Schweröl lecke bereits. Eine der drei Ladungen Soja-Bohnen treibe auf der Meeresoberfläche. Das Schiff hat rund 1,6 Mill. Liter Öl geladen, von denen nach Angaben der Küstenwache mehr als eine halbe Million bereits ausgelaufen ist.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) warnte am Montag vor den Folgen für viele seltene Tierarten und den Langzeitschäden. Die Unalaska-Insel rund 1 300 Kilometer südwestlich von Anchorage ist Heimat von Seelöwen, Seehunden, Ottern und vielen Seevogelarten sowie Wanderkorridor und Überwinterungsgebiet.

Am 1. Januar beginnt traditionell die Fangsaison für Kabeljau und Krabben. Fischkutter versuchen weiterhin, mit Seebarrieren die Lachszucht in den Buchten der Insel zu schützen.

Schwere See mit bis zu elf Meter hohen Wellen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern haben die Bergung des Wracks und die Beseitigung des Ölfilms an der Küste bislang unmöglich gemacht. "Es ist frustrierend. Wir wollten soviel tun", sagte der Koordinator der Küstenwache Ron Morris den "Anchorage Daily News".

Bei nachlassendem Wind gelang es erst am Sonntag einem Expertenteam, das ganze Ausmaß der Schiffskatastrophe vor Ort zu inspizieren. Der Küstenschutz sprach von einem "bedeutsamen Schritt und einem guten Tag". Dennoch werde die Aufstellung eines Havarieplanes noch Tage dauern. Der von der Ölkatastrophe bedrohte Küstenabschnitt ist nur per Hubschrauber oder Schiff erreichbar.

Auf der "Selendang Ayu" war Anfang vergangener Woche die Stromversorgung zusammengebrochen. Das unter malaysischer Flagge fahrende Schiff befand sich auf dem Weg von Seattle nach China. In der Nacht zum Donnerstag lief der manövrierunfähige Frachter dann auf Grund und zerbrach in zwei Hälften. Beim Absturz eines Rettungshubschraubers kamen sechs Seeleute ums Leben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%