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Havariertes U-Boot sicher im Schlepptau

Das nach einem Feuer im Atlantik havarierte kanadische U-Boot befindet sich im sicheren Schlepptau auf dem Weg zum britischen Festland.

dpa LONDON. Das nach einem Feuer im Atlantik havarierte kanadische U-Boot befindet sich im sicheren Schlepptau auf dem Weg zum britischen Festland.

Drei Tage nach dem Unglück mit einem Toten und acht verletzten Seemännern lag die "Hmcs Chicoutimi" am Freitag bei relativ ruhiger See vertäut hinter dem britischen Bergungsschiff "Anglian Prince".

Das 70 Meter lange Unterseeboot werde mit einer Geschwindigkeit von rund drei Knoten (5,4 Kilometer) pro Stunde zu dem etwa 140 Kilometer entfernten britischen Marinestützpunkt Faslane an der schottischen Küste geschleppt, hieß es.

"Das Wetter hat sich gebessert und es gibt keine Probleme mit dem Tau", sagte Peter Twomey, Kapitän des irischen Begleitschiffes "LE Aoife". Auch sei die Stimmung unter den noch 54 Besatzungsmitgliedern des U-Bootes gut. "Sie haben warmes Essen und stehen per E-Mail in Kontakt mit ihren Familien - sie sind mit ihrer Situation ziemlich zufrieden", sagte er. Das Unterseeboot habe seit Beginn des Schleppens eine stabilere Lage bekommen. Wegen der geringen Geschwindigkeit wird die "Chicoutimi" nach den Angaben voraussichtlich drei Tage für ihre Reise brauchen.

Am Dienstag war an Bord des U-Bootes, das sich auf seiner Überführungsfahrt nach Kanada befand, ein Feuer ausgebrochen und hatte die Schaltzentrale und das elektrische Verteilersystem zerstört. Bei der Brandbekämpfung hatten neun Seeleute Rauchvergiftungen erlitten, drei waren mit einem Hubschrauber in einer dramatischen Rettungsaktion nach Irland ausgeflogen worden. Einer von ihnen, ein 32 Jahre alter Offizier, starb am späten Mittwochabend an den Folgen der Vergiftung. Ein Besatzungsmitglied befindet sich nach offiziellen Angaben in "kritischem, aber stabilem Zustand" und werde wie auch ein weiterer im Krankenhaus mit Sauerstoff versorgt.

Auch am Freitag war die genaue Ursache für den Brand nicht bekannt. Es sei noch zu früh, jetzt dazu etwas zu sagen, eine gründliche Untersuchung werde aber stattfinden, sagte Tyrone Pile von der kanadischen Marine. Möglicherweise hat das Drama rechtliche Folgen wegen wiederholter technischer Mängel an dem Fahrzeug. Die kanadische Marine hatte die "Chicoutimi" und drei weitere in den 80er Jahren gebaute U-Boote der "Victoria-"Klasse 1998 für umgerechnet 360 Mill. Euro von der Royal Navy gekauft.

Nach einem Bericht der BBC hatte es auf allen vier Schiffen immer wieder technische Probleme gegeben. Dies wird von der britischen Marine und dem Verteidigungsministerium bestritten. Als letztes Schiff in der Vierer-Serie hatte die "Chicoutimi" erst am Montag den Marinestützpunkt Faslane nach einer Generalüberholung verlassen. Ihr Zielhafen war Halifax an der Ostküste Kanadas. Die kanadischen Behörden erwägen nach unbestätigten Berichten, Großbritannien wegen der Sicherheitsmängel der U-Boote zu verklagen.

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