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'HB': Clement lehnt Sarkozys Vorschlag für europäischen Werftenverbund ab

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) lehnt einem Pressebericht zufolge den Vorstoß des französischen Wirtschafts- und Finanzministers Nicolas Sarkozy ab, einen europäischen Werftenverbund zu schaffen.

dpa-afx BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) lehnt einem Pressebericht zufolge den Vorstoß des französischen Wirtschafts- und Finanzministers Nicolas Sarkozy ab, einen europäischen Werftenverbund zu schaffen. Sarkozy verkenne bei seinem Vorschlag eines Verbunds nach dem Vorbild des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS , dass die deutschen und französischen Werftstrukturen zurzeit nicht fusionsfähig seien, erfuhr das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums in Berlin. Ein solcher Verbund müsse aus starken, privatwirtschaftlich organisierten Gliedern bestehen, damit eine Zusammenarbeit "unter Gleichen" gelinge. Im Marineschiffbau seien diese Bedingungen noch nicht vorhanden.

Der Vorstoß Sarkozys zielt darauf, den französischen Marineschiffbau der Werften DCN und Thales Naval mit dem deutschen Werftenverbund aus Thyssen Krupp und HDW zusammenzubringen. Allerdings ist DCN noch vollständig in Staatsbesitz und steckt in einem harten Konsolidierungsprozess. In Clements Umgebung hieß es deshalb abwehrend, vor einer europäischen Werftenfusion müssten die Werften privatisiert und auf Wirtschaftlichkeit getrimmt werden.

Für abwegig hält man in Berlin den Vorschlag Sarkozys, auch den zivilen Schiffbau von Alstom einzubeziehen. Seitens der deutschen Werften dürfte es keine Bereitschaft geben, chronisch defizitäre Werften anderer Länder als zivile Beigabe zu einer "maritimen EADS" zu akzeptieren, hieß es. Alstom versucht seit Jahren vergeblich, seine defizitäre Werftensparte zu verkaufen

Clement und Sarkozy wollten sich ursprünglich am Donnerstag zu Konsultationen in Berlin treffen. Clement hatte das Treffen am Mittwochabend aber überraschend abgesagt. Das Wirtschaftsministerium in Berlin begründete die Absage mit der Situation bei General Motors/Opel in Rüsselsheim und Bochum. Clement müsse vor diesem Hintergrund dringende Gesprächstermine wahrnehmen.

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