HDI-Konzern mit zweistelligen Zuwächsen
HDI schreibt erst 2002 wieder schwarze Zahlen

Der Hannoveraner Versicherungskonzern HDI (Haftpflichtverband der Deutschen Industrie) wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. "Auch wenn sich unsere echte wirtschaftliche Situation verbessert, werden wir wahrscheinlich in diesem Jahr keinen Gewinn ausweisen, auch weil wir keinen Wert auf die Optik legen", sagte der Vorstandsvorsitzende Wolf-Dieter Baumgartl am Dienstag in Hannover.

ddp-vwd HANNOVER. Er begründete dies mit der Umstellung der Bilanzierung vom Standard HGB auf die Rechnungslegung nach US-GAAP, die im kommenden Jahr umgesetzt werde. Der Ausweis des Konzernergebnisses werde sich dann um "ein paar hundert" Millionen Euro erhöhen.

Baumgartl erwartet für 2001 beim versicherungstechnischen Ergebnis eine Verbesserung, die sich bereits im ersten Halbjahr eingestellt habe. So habe der Konzern im Schaden/-Unfallbereich um 75 Millionen Euro besser abgeschlossen als im Vorjahreszeitraum. Beim Kapitalanlageergebnis werde der Vorjahresgewinn aber nicht erreicht. Bei den Prämieneinnahmen erwartet die nach eigenen Angaben drittgrößte deutsche Versicherungsgruppe einen Zuwachs auf 13,8 Milliarden Euro. Die Zuwachsrate halbiert sich damit aber von knapp 30 Prozent auf rund 15 Prozent, da sich das vergangene Geschäftsjahr außerordentlich positiv gestaltet hatte. Die stärksten Zuwächse erwartet der Vorstandsvorsitzende bei der Leben Erstversicherung und bei der Rückversicherung.

Für das vergangene Geschäftsjahr wies der Konzern ein deutlich auf minus 638,1 Millionen Euro verschlechtertes versicherungstechnisches Ergebnis aus. Dies sei nicht Ausdruck einer besonders negativen Entwicklung gewesen, sondern liege in den hohen bilanzwirksamen Aufbauinvestitionen für das Lebenerst- und Rückversicherungsgeschäft begründet, betonte das Unternehmen. Das nichtversicherungstechnische Ergebnis (ohne Lebensversicherung) habe sich deutlich von 391 Millionen Euro auf 817 Millionen Euro verbessert.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit legte ebenfalls stark zu und wird mit 116,9 Millionen Euro ausgewiesen. 1999 verbuchte der Versicherungskonzern noch einen Verlust von 42,8 Millionen Euro. Der Jahresfehlbetrag verbesserte sich den Angaben zufolge von 48,4 auf 8,0 Millionen Euro. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, hat die HDI-Hauptversammlung in der vorigen Woche der Ausgliederung des Privatkundengeschäfts rückwirkend zum 1. Januar 2001 in die Talanx AG zugestimmt. Damit könne sich der HDI auf das Industriegeschäft konzentrieren. Gleichzeitig erhalte die Talanx, die "frühestens" 2004 an die Börse gebracht werden soll, eine Wertsteigerung.

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