„Health-Care“-Papiere
US-Experten empfehlen Gesundheitsaktien

Krankenversicherer, Klinikbetreiber, Pharmakonzerne - die Liste der Unternehmen, die mit der menschlichen Gesundheit ihr Geschäft machen, ist lang. Die Wachstumsaussichten für diesen Bereich sind gut, außerdem profitieren die dazu gehörigen Aktien von der derzeitigen instabilen Börsenlage.

NEW YORK. Der angespannten Lage am US-Aktienmarkt zum Trotz erfreut sich eine Branche seit langem konstant bester Gesundheit: die Medizinaktien. Die Liste der Anwendungsbereiche im Gebiet "Health Care", so wie dieser Begriff in den USA definiert wird, ist lang. Private Krankenhäuser und Krankenversicherungen zählen ebenso dazu wie Pharmaproduzenten und Orthopädiefirmen. Und nahezu alle Bereiche heimsen von den Analysten Bestnoten ein.

"Der Gesundheitssektor wird im laufenden Turnus eine Führungsposition im Kernmarkt einnehmen", erwartet Analyst Jeff Applegate von Lehman Brothers. Bereits im jüngst abgelaufenen dritten Quartal präsentierten sich die meisten Firmen der Branche besser als der Rest des Markts. Auch Tom Galvin, bis vor Kurzem Chefstratege bei Credit Suisse First Boston, äußert sich optimistisch: "Diese Unternehmen sind aus Aktionärssicht zurzeit von allen Branchen am besten aufgestellt."

Seine gute Position am Markt verdankt der Sektor verschiedenen Umständen. Unter anderem wird in den kommenden Jahren die Altersgruppe der über 60-jährigen einen größeren Anteil der US-Gesamtbevölkerung ausmachen, so dass nach Meinung vieler Experten der Bedarf an Medikamenten, Vorsorgedienstleistungen und Krankenpflege weiter steigen sollte. Dazu kommen die Versuche der Investoren, in der instabilen Wirtschaftslage ihr Geld in so genannten sicheren Häfen unterzubringen, wozu traditionell auch der Gesundheitssektor gehört.

Und das Wachstum in diesen Märkten liegt deutlich oberhalb des US-Bruttosozialprodukts, während gleichzeitig die Preise mindestens stabil bleiben oder in manchen Bereichen sogar deutlich anziehen. Tom Galvin hält diese Kombination für "eine unschlagbare Anlagechance in den nächsten Jahren".

Ähnlich gute Aussichten finden sich auch in den meisten Teilbereichen der Branche. Einige Schnäppchen können die Anleger nach Ansicht von Analysten etwa bei den Krankenversicherern finden. Zu den Empfehlungen der große Bankhäuser gehören unter anderem das Branchenschwergewicht Anthem aus Indiana und der Konkurrent Well Point Health Networks. "Im Vergleich zu anderen Health-Care-Bereichen ist diese Gruppe relativ günstig zu haben und gut bewertet", sagt Todd Richter, Analyst bei Bank of America Securities. "Und durch die stabilen Preisaufschläge rechnen wir damit, dass die zweite Hälfte des laufenden Jahres und auch das kommende Jahr gut ausfallen."

Die Aktien von Krankenhaus-Betreibern bieten ebenfalls ein überzeugendes Bild: Im Jahresvergleich stiegen die Gewinne dieser Unternehmen um rund zwölf Prozent. Gut bewerten die Analysten zum Beispiel die Papiere von Triad Hospitals und von den Konkurrenten Lifepoint Hospitals und Health Management Associates (HMA). Die Bank Credit Suisse First Boston etwa empfiehlt, die Aktien von HMA im Depot überzugewichten: "Die Firma ist zum dritten Mal in Folge um mehr als 15 % gewachsen und rechnet damit, dass sich dieser Trend auch weiterhin fortsetzt. Und eine beschleunigte Wachstumsrate ist einer der besten Wege, die wir kennen, um Enthusiasmus bei den Investoren zu schaffen", kommentiert der Analyst John F. Hindelong die Chancen des Klinik-Betreibers.

Auch die Aktien von Pharmaproduzenten seien zu Recht begehrt am Markt, sagt Leonard Yaffe von Bank of America. Er verweist auf die günstige Bewertung: "Im Vergleich zum S & P-Index liegen die Aktienpreise hier zurzeit am unteren Ende der Preisspanne, die wir in den vergangenen 20 Jahren gesehen haben." Vorteilhaft wirkt sich seiner Meinung nach der aktuell relativ niedrige Stand des Dollars aus, da die US-Pharmaproduzenten mehr als ein Drittel ihrer Verkaufszahlen außerhalb des eigenen Landes erzielen und daher zurzeit mehr Dollars für ihre Devisen bekommen.

Nur ein Szenario könnte den Anleger der Gesundheitsbranche nach Ansicht der Experten einen Strich durch die Rechnung machen - nämlich eine breite Verbesserung der US-Wirtschaftslage und der Börse. "Wenn sich der Aktienmarkt wieder erholt, könnte das eventuell den Effekt des sicheren Hafens in diesem Bereich vermindern und zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen führen", sagt Scott Davidson von US Piper

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