Heftige Kritik an afghanischer Regierung
Taliban-Anführer droht mit Fortsetzung des Dschihad

Ein ranghohes Mitglied der untergetauchten afghanischen Taliban, Mullah Mohammed Hasan Rehmani, hat mit einer Fortsetzung des "Heiligen Krieges" gegen die USA und gegen die afghanische Regierung gedroht.

Reuters SPIN BOLDAK. In einem Interview, das Mullah Rehmani am Sonntag über Satelliten-Telefon mit der Nachrichtenagentur Reuters führte, erklärte der ehemalige Provinz-Gouverneur aus Kandahar: "Die Taliban werden ihren Dschihad und den Kampf für Frieden und für die Erfüllung der islamischen Scharia und gegen Amerika und seine Agenten fortsetzen." Der Kampf gehe auch deshalb weiter, weil die USA Afghanistan weiter besetzt hielten.

Mullah Rehmani gilt als einer der engsten Gefährten des verschwundenen Taliban-Chefs Mullah Mohammad Omar. Ihm werden zudem enge Beziehungen zur El Kaida des Extremisten Osama bin Laden nachgesagt, die in den USA für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht wird. Wo sich Mullah Rehmani, eines der Gründungsmitglieder der radikal-islamischen Taliban-Bewegung, während des Telefonats aufhielt, war unbekannt. Vermutet wurde er im pakistanischen Grenzbereich. In der Provinz Kandahar hatten die Taliban ihre Hochburg.

Scharfe Angriffe richtete Mullah Rehmani auch gegen die afghanische Regierung in Kabul. Den Präsidenten Hamid Karsai bezeichnete er als eine "Marionette der USA und der Nord-Allianz", mit deren Unterstützung die Taliban während der US-Militäroffensive von der Macht vertrieben worden waren.

In jüngster Zeit hatte es wiederholt in Afghanistan Anschläge gegeben, die nach Einschätzung von Beobachtern darauf hindeuten könnten, dass sich die Taliban wieder gesammelt haben. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Lage in Afghanistan habe sich normalisiert, aber es gebe sicherlich noch das eine oder andere Widerstandsnest. Die eigentlichen Kampfhandlungen der USA in Afghanistan seien aber vorbei. Die USA sind an der Internationalen Schutztruppe ISAF in Afghanistan beteiligt.

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