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Heftige Kritik an „Unheil-Jens“ - Mailänder Duo umjubelt

Kritik an „Unheil-Jens“ Lehmann, Abgesang auf Titelverteidiger FC Porto, aber großer Jubel für das Mailänder Duo: Mit dem jeweils dritten Sieg im dritten Spiel haben Inter und AC Mailand ihren Durchmarsch Richtung Champions- League-Achtelfinale fortgesetzt.

dpa HAMBURG. Kritik an "Unheil-Jens" Lehmann, Abgesang auf Titelverteidiger FC Porto, aber großer Jubel für das Mailänder Duo: Mit dem jeweils dritten Sieg im dritten Spiel haben Inter und AC Mailand ihren Durchmarsch Richtung Champions- League-Achtelfinale fortgesetzt.

Dass Arsenal London nur ein 2:2 bei Panathinaikos Athen erreichte, lag ausgerechnet an dem zuletzt als Rückhalt gefeierten deutschen Nationaltorhüter und dessen Patzern bei beiden Gegentoren. "Lehmanns Schnitzer zertrümmern die Gunners", kritisierte "The Sun" den Keeper heftig, den "The Daily Mirror" sogar "Unheil-Jens" nannte. Selbst "The Times" machte den Deutschen für das Remis verantwortlich: "Lehmann verliert die Orientierung und macht den Griechen großzügige Geschenke."

Arsene Wenger ging mit seiner Nummer 1 rücksichtsvoller um. "Ich will Jens nicht tadeln, denn er hat uns zuletzt oft gerettet", sagte der Coach. Allerdings kosteten die Fehler des Routiniers den FC Arsenal den Sieg und die Tabellenführung in der Gruppe E, die der PSV Eindhoven (6 Punkte) nun vor Arsenal (5) und Athen (4) innehat. Erst bediente Lehmann den Torschützen Gonzalez mit einer Kopfball-Abwehr außerhalb des 16-m-Raumes und war beim folgenden Heber machtlos, dann irrte er vor Olisadebes 2:2 im Strafraum umher. "Unsere Ausgangslage ist weiter gut", meinte Wenger und ging damit zur Tagesordnung über.

Vier Tage vor dem Mailänder Liga-Derby sicherten sich der AC und Inter mit Siegen in Schlüsselspielen optimale Ausgangspositionen. Milan bezwang im Top-Duell der Gruppe F den erstmals in dieser Saison geschlagenen und zwei Mal an der Latte gescheiterten FC Barcelona mit 1:0 dank Andrej Schewtschenko, der im zehnten Saison-Pflichtspiel zum zehnten Mal traf. "Der goldene Schewtschenko schießt Milan an die Spitze", titelte "La Stampa". Im "Corriere della Sera" stand: "Schewtschenko versenkt Barca." Und der ukrainische Torjäger, von der "Gazzetta dello Sport" als "Bestie" bezeichnet und nun erst recht ein ernsthafter Kandidat bei der Wahl zum Fußballer des Jahres, sagte: "Ich denke nicht an den Titel - der Erfolg der Mannschaft ist alles."

"Wirbelwind Inter fegt über Valencia hinweg", befand "La Gazzetta" nach dem 5:1-Kantersieg bei den heimstarken Spaniern. "Il Secolo XIX" meinte gar: "Inter wie ein Wunder." Neben den Torschützen Stankovic, Vieri, van der Meyde, Adriano und Cruz glänzte Ersatzkeeper Fontana (37) als Vertreter des zuletzt formschwachen Toldo. "Inter zermalmt Valencia", schrieb die spanische "Marca" nach der höchsten Heimpleite seit 1992. "ABC" sieht Valencia "am Rande des Abgrunds", und FC-Coach Claudio Ranieri musste geknickt eingestehen: "Meine Spieler haben alles gegeben. Aber der dritte Gegentreffer brach uns das Genick."

Während der FC Chelsea (2:0 über Zska Moskau) mit Erfolgscoach José Mourinho wie Juventus Turin sowie die Mailänder Clubs sein Konto auf optimale neun Punkte aufstockte, steht für Mourinhos Ex-Club in der Gruppe H erst ein magerer Zähler zu Buche. Titelverteidiger Porto verlor in seinem "schlechtesten Spiel seit Jahren" (A Bola) bei Paris St. Germain mit 0:2 - das Achtelfinale gilt selbst in der Heimat als kaum noch erreichbar. "Diesen FC Porto kann man vergessen", titelte "Publico". Und "O Jogo" stellte trefflich fest: "Die 'Drachen' sind Lichtjahre von der Leistung der Vorsaison entfernt. Ihr Weiterkommen hängt am seidenen Faden." Nur Coach Víctor Fernández flüchtet sich in Durchhalteparolen: "Wir können es noch aus eigener Kraft schaffen."

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