Heftige Kritik aus Regional- uund Landesverbänden
Im DFB formieren sich die Fronten gegen „MV"

Noch hält sich DFB-Schatzmeister Theo Zwanziger völlig bedeckt. Doch sollte er sich dafür entscheiden, im Machtkampf um die DFB-Führung beim Bundestag im Oktober in Osnabrück gegen Gerhard Mayer-Vorfelder anzutreten, kann er auf nicht unbeträchtliche Rückendeckung setzen. Bis dahin fordert er erst einmal, dass der Berband alles dafür tun müsse, seine Führungsfähigkeit wieder herzustellen. "Wir sind kein Kaninchenzüchter-Verein", sagte Zwanziger am Donnerstag.

HB HAMBURG. Mit Engelbert Nelle hat mittlerweile das erste DFB-Präsidiumsmitglied offen gegen Mayer-Vorfelder Stellung bezogen und mit Zwanziger einen möglichen Nachfolger des Stuttgarters beim Namen genannt. "Wir beklagen auf beiden Seiten des deutschen Fußballs, also Bundesliga und Amateure, die Informations- und Kommunikationspolitik des Präsidenten und seine Verhaltensweise. Das wäre alles nicht notwendig gewesen, wenn wir zu Beginn dieser Woche eine Präsidiumssitzung gehabt hätten. Die hat Mayer-Vorfelder aber abgelehnt", sagte er der FAZ und ergänzte: "Ich könnte mir Zwanziger als DFB-Präsident vorstellen." In der "Stuttgarter Zeitung" ging Nelle noch einen Schritt weiter und bezeichnete Mayer-Vorfelder als "Wurzel des Übels". Nelle gehört seit Jahr und Tag zu den einflussreichsten Präsidiumsmitgliedern im Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der Erste Vizepräsident ist Sprecher der Amateure in der über sechs Millionen Mitglieder starken Organisation. Mit 71 hat er selbst keine Ambitionen, den DFB-Präsidenten zu beerben.

Er habe bisher "überhaupt keinen Gedanken daran verschwendet", gegen DFB-Chef Mayer-Vorfelder anzutreten, sagte derweil Zwanziger. Bisher habe er mit dem Präsidenten vertrauensvoll zusammen gearbeitet. "Allerdings gibt es Gesprächsbedarf", sagte der 59-jährige DFB-Schatzmeister. Er werde das Gespräch mit Mayer-Vorfelder am Montag im Rahmen der Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main suchen. Von Mayer-Vorfelder erwartet er bei der Sitzung einen Vorschlag, "wie es weitergehen soll. Das wichtigste ist nun, dass wir sportlich wieder auf die Beine kommen." Am Donnerstag war völlig offen, welche Auswirkungen die Absage von Trainer-Wunschkandidat Ottmar Hitzfeld haben würde.

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