Heftige Kritik nach Pleite
Deutsche Ski-Springer nur zweitklassig

Während der Finne Janne Ahonen beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee der Konkurrenz wieder davon flog, erlebten die Schützlinge vonBundestrainer Peter Rohwein ein Fiasko. Lediglich Michael Uhrmann (Rastbüchl) war bei schwierigen Bedingungen mit Sprüngen auf 118 und131 Meter (242,7 Punkte) zufrieden. Er belegte als bester DSV-AthletRang acht.

HB OBERSTDORF. Die arg gerupften deutschen Adler flüchteten sich nach der blamablen Vorstellung bei einem Treffen mit dem schmerzlich vermissten Sven Hannawald in die Erinnerung an bessere Tage. In lockerer Runde im Mannschaftshotel "Allgäuer Bergbad" wurde das Debakel von Oberstdorf für eine halbe Stunde verdrängt, der Katzenjammer war aber auch am Tag nach dem schlechtesten Ergebnis seit 19 Jahren nicht verflogen. "Wir hatten mit Georg Späth und Alexander Herr zwei Totalausfälle zu verzeichnen und waren insgesamt nicht in der Lage, die Trainingsleistungen im Wettkampf rüber zu bringen. Ich bin nicht zufrieden mit dem Mannschaftsergebnis", übte Bundestrainer Peter Rohwein heftige Kritik und kündigte Einzelgespräche nach dem Krafttraining am Donnerstag an.

Etwas milder fiel sein Urteil wieder einmal über Martin Schmitt aus, der mit Rang 49 einen weiteren heftigen Tiefschlag verkraften musste. "Natürlich nervt es, wenn er auf dem aufsteigenden Ast ist und dann kommt wieder der Absturz. Für ihn war es ein Schritt zurück, aber er ist dennoch weiter als vor Oberstdorf", redete Rohwein die erneute Blamage schön.

Der Cheftrainer schließt nun einen vorzeitigen Tournee-Ausstieg des viermaligen Weltmeisters aus Furtwangen nicht mehr aus. "Das könnte passieren. In Garmisch-Partenkirchen wird er auf jeden Fall springen, danach müssen wir Wege festlegen, wie er sich am besten auf die WM vorbereitet. Er sollte den weiteren Werdegang aber mitbestimmen, denn er ist ein erwachsener Mensch", erklärte Rohwein.

Der misslungene Start in die 53. Auflage der traditionellen deutsch-österreichischen Tour legte schonungslos offen, dass der Ausfall des am Burn-out-Syndrom leidenden Hannawald im deutschen Skisprung derzeit nicht zu kompensieren ist. "In den vergangenen Jahren hat der Hanni immer auf dem Podest gestanden, alles andere war egal. Er hat einen Schatten geworfen. Jetzt kann sich keiner mehr verstecken", beschrieb Michael Uhrmann die Situation treffend.

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