Heftiger Widerstand gegen einen Irak-Krieg
Nationen rücken reihenweise von USA-Haltung ab

Nationen aus aller Welt haben sich am Dienstag in einer Debatte der Vereinten Nationen (Uno) in den Widerstand gegen einen Irak-Krieg eingereiht. In der stundenlangen Diskussion der Uno-Mitglieder ohne Sitz im Sicherheitsrat unterstützten die harte Haltung der USA Australien und Japan umfassend sowie Peru und Argentinien in Teilen.

Reuters NEW YORK. Die 23 weiteren Staaten, die sich zu Wort meldeten, äußerten sich kritisch gegenüber der Androhung eines Militärschlages und forderten wie Frankreich im Sicherheitsrat eine Verlängerung der Uno-Waffeninspektionen, um die Abrüstung Iraks sicher zu stellen.

Zu den 23 Staaten gehörten unter anderem Südafrika, Brasilien, Neuseeland, die Ukraine, Griechenland, Indien und die Staaten des Nahen Ostens von Iran bis Algerien. Weitere 29 Staaten werden am Mittwoch, dem zweiten Tag der Debatte, Stellung nehmen.

"Mit Ausnahme Israels fordern alle Länder der Region, einen Krieg gegen Irak zu verhindern", sagte der Uno-Vertreter der Arabischen Liga, Jaja Mahmassani. Kuwait, das 1991 von Irak überfallen worden war, dämpfte seine Anti-Kriegs-Haltung mit Vorwürfen an den Irak, den Abrüstungsauflagen des Sicherheitsrats nicht nachgekommen zu sein.

Die Debatte war von Südafrika beantragt worden, das der 115 Mitglieder starken Gruppe der blockfreien Staaten vorsitzt. Den Staaten ohne Sitz in dem 15 Mitglieder starken Sicherheitsrat sollte Gelegenheit gegeben werden, zur Irak-Krise Stellung zu nehmen.

Der Uno-Botschafter der USA, John Negroponte, sagte am Rande der Debatte vor Journalisten, er verfolge die internationale Meinung aufmerksam und höre genau zu, was jede Nation zu sagen habe. "Am Ende, denke ich jedoch, dass unser Verhalten von unseren Sorgen wegen der Abrüstung Iraks bestimmt wird und von den Überlegungen unseres eigenen Landes zur internationalen Sicherheit und der Sicherheit anderer", sagte er. Die USA und ihr engster Verbündeter Großbritannien bemühen sich derzeit um eine weitere Resolution des Sicherheitsrats, die einen Militärschlag befürworten soll. Sie werfen Irak vor, alle Chancen zu einer Kooperation mit der Uno nicht ergriffen zu haben und weiter nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Gegen eine zweite Resolution haben sich bereits das ständige Ratsmitglied mit Veto-Recht Frankreich und Deutschland als derzeit nicht-ständiges Mitglied ausgesprochen.

Südafrika: Einsatz von Gewalt wäre Scheitern der Uno

Zum Auftakt der Debatte forderte der südafrikanische Uno-Botschafter Dumisani Kumalo eine Intensivierung der Uno-Waffeninspektionen in Irak. Der Einsatz von Gewalt stelle ein Versagen der Uno bei ihrer Aufgabe da, für internationalen Frieden und Sicherheit zu sorgen, sagte er. Zuvor müssten alle anderen Möglichkeiten voll und ganz ausgeschöpft werden. Dagegen argumentierte der australische Botschafter John Dauth: Angesichts der Erfahrungen mit dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein, wisse er nicht, "warum ihm der Vorteil eines Zweifels gewährt werden sollte." Die Uno fordert die Abrüstung Iraks seit dem Überfall auf Kuwait 1991. "Glauben wir wirklich, dass noch mehr Zeit den Irak kooperativer macht?"

Mit ihren Positionen spiegelten die beiden Botschafter den Streit wieder, der sich durch die jüngste Debatte im Uno-Sicherheitsrat gezogen hat, mit den USA, Großbritannien und Spanien auf der einen sowie Frankreich, Russland, China und Deutschland auf der anderen Seite.

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