Heidelberg-Cement winkt mit Anteilen
Buderus verkauft Zementsparte

Der Wetzlarer Heiztechnikspezialist Buderus will seine Zementsparte an Heidelberg-Cement verkaufen und sich im Gegenzug an dem Baustoffkonzern beteiligen.

Reuters WETZLAR/HEIDELBERG. Die Buderus AG erhält als Kaufpreis nach Angaben von Heidelberg-Cement Aktien aus dem genehmigten Kapital des größten europäischen Zementherstellers. Über das Volumen wollten sich beide Unternehmen nicht äußern. Buderus wolle mit dem Verkaufserlös seine Finanzreserven für den Ausbau des Kerngeschäfts in der Heiztechnik nutzen, teilte das Unternehmen mit. "Neben dem attraktiven Angebot der Heidelberg AG-Cement haben uns die schwieriger werdenden Marktbedingungen in der Zementwirtschaft zu der Veräußerung bewogen", erklärte Buderus-Chef Uwe Lüders.

Heidelberg-Cement übernimmt ein Zementwerk in Wetzlar mit einer Produktionskapazität von rund einer Million Tonnen pro Jahr, die dazugehörigen Kalk- und Gipssteinbrüche sowie die Baustoff GmbH. -Union Der Betrieb solle unverändert fortgeführt werden, alle 115 Mitarbeiter der Sparte werden übernommen.

Dem Verkauf müssen noch die Aufsichtsräte von Buderus und Heidelberg-Cement zustimmen, die noch in dieser Woche tagen. Vollzogen werden soll er Anfang kommenden Jahres. Auch das Bundeskartellamt muss die Transaktion noch genehmigen.

Die Wettbewerbsbehörde wirft Heidelberg-Cement die Beteiligung an einem langjährigen Zementkartell vor, weshalb dem Unternehmen nach Informationen aus Branchenkreisen eine Kartellstrafe von 400 Millionen Euro droht.

Das genehmigte Kapital, aus dem die neuen Aktien an Buderus ausgegeben werden sollen, war im Mai auf nominal fünf Millionen Euro erhöht worden. Beim derzeitigen Aktienkurs entspräche dies nach Reuters-Berechnungen einem Wert von mehr als 70 Millionen Euro und einem Anteil von rund drei Prozent am Grundkapital von Heidelberg-Cement. Ob das Volumen ausgeschöpft werde, wollte der Sprecher nicht sagen. Größte Aktionäre von Heidelberg-Cement sind der Zementkonzern Schwenk (22,4 Prozent), der Pharma-Unternehmer Merckle (12,8), die Allianz-Gruppe (17,6) und die Deutsche Bank (8,8).

Heidelberg-Cement hatte erst kürzlich beschlossen, eines von sechs deutschen Zementwerken im oberbayerischen Kiefersfelden zu schließen und dies mit Überkapazitäten begründet. Ein Sprecher erläuterte, mit dem Engagement in Hessen vergrößere der Konzern seine geographische Streuung. Heidelberg-Cement ist bislang nur im süddeutschen Raum und mit der Beteiligung an der Anneliese GmbH in Westfalen präsent.

Bei Buderus waren die Zementgeschäfte bisher dem Bereich Gusserzeugnisse unterstellt. Dort werde man sich auf Gussrohre, Bremsscheiben und Feinguss konzentrieren, sagte ein Sprecher.

Buderus habe eine Randaktivität abgegeben, die nicht mehr zum Unternehmensbereich Gusserzeugnisse passe, begrüßte Frank Wischmann, Analyst beim Bankhaus Metzler, die Transaktion. Die Sparte selbst sei aber hoch profitabel. "Im kommenden Jahr fallen damit aber die überdurchschnittlichen Ergebnisse des Zementgeschäfts weg", sagte Analyst Erhard Schmitt von Helaba Trust.

Die im MDax notierten Aktien von Heidelberg-Cement und von Buderus reagierten gegen einen freundlichen Markttrend negativ auf die Nachricht: Buderus verloren 0,9 Prozent auf 21,50 Euro, Heidelberg-Cement büßten 0,5 Prozent auf 37,00 Euro ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%