Heidelberger Druck rechnet 2002/03 mit Verlust
Heideldruck: "Schlimmer kann es nicht werden"

Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck ist tief in die roten Zahlen gerutscht und erwartet auch nun für das gesamte Geschäftsjahr 2002/03 (zum 31. März) einen Verlust.

Reuters HEIDELBERG. Der Fehlbetrag werde im Geschäftsjahr angesichts der Kosten für Entlassungen und Restrukturierungen zwischen 50 Millionen und 70 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Heidelberg mit. Auch der Umsatz werde mit 4,1 Milliarden bis 4,2 Milliarden Euro die Erwartungen nicht erfüllen können. "Die Investitionszurückhaltung ist so groß, dass es nicht schlimmer werden kann", sagte Finanzvorstand Herbert Meyer Reuters.

Auch im nächsten Geschäftsjahr sei nur mit geringen Umsatzzuwächsen zu rechnen. Dennoch werde Heidelberger Druck auf jeden Fall in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Die Aktie brach um mehr als acht Prozent ein.

Vorstandschef Bernhard Schreier hatte Anfang November trotz der erwarteten Kosten für ein Restrukturierungsprogramm von 140 Millionen Euro für 2002/03 noch einen Gewinn nach Steuern und 4,4 bis 4,6 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht gestellt.

Bereits in den ersten neun Monaten rutschte der Konzern nach eigenen Angaben mit 82 (Vorjahr: plus 84) Millionen Euro in die Verlustzone. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen brach auf 48 von 161 Millionen Euro und fiel damit noch schwächer aus, als Analysten geschätzt hatten. Der Umsatz ging um 19 Prozent auf 2,90 Milliarden Euro zurück. Ob Heidelberger Druck für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende zahlen werde, sei offen, sagte Meyer.

Über die im Herbst beschlossenen 2200 Stellenstreichungen hinaus lässt Heidelberger Druck angesichts der Auftragsflaute im Februar und März an drei Standorten kurz arbeiten. In Wiesloch, in Amstetten und in Brandenburg seien davon 4 200 Beschäftigte betroffen, sagte Meyer. Weitere Kürzungspläne gebe es bei einem zumindest konstanten Umsatz nicht. Der Auftragseingang ging in den ersten drei Quartalen um zwölf Prozent auf 3,1 Milliarden Euro zurück. Bestellungen vor allem von kleineren und mittleren Kunden seien teils "sehr, sehr kurzfristig" verschoben worden.

Die im MDax notierte Aktie des Unternehmens gab am Vormittag um mehr als acht Prozent auf 17,50 Euro nach. Später lag sie mit 18,27 Euro vier Prozent unter dem Vortagesniveau.

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